Der Impuls aus dem Monatsbrief vom 31.01.2021

Den Text in grüner Schrift konnten Sie bereits im Monatsbrief lesen.

 

 

Der Impuls: Boris Herrmann

und die Metapher für das Leben

von Waldemar Grab

 

In den letzten Tagen hat mich die Leistung von Boris Herrmann beeindruckt, der in 80 Tagen und 50.000 Kilometern unter den Wettkampfbedingungen der Vendée Globe um die Welt segelte und am Ende als Fünfter die Ziellinie überfuhr. Zwei von diesen Tagen habe er genossen, der Rest von 78 Tagen sei eine ziemliche Strapaze gewesen, so Herrmann.

                   In der Tat liest sich seine Tour wie das Drehbuch einer preisgekrönten Dramaturgie. Die Interviews und Sondersendungen über Herrmann sind gerade aktuell auf allen Sendern zu sehen und zu hören. 

 

Während der Fahrt war Herrmann noch an einer Rettungsaktion des schiffbrüchigen Kevin Escoffier beteiligt, erhielt als Dank, wie einige andere auch, "Zeitstunden gutgeschrieben" und kollidierte nur kurz vor dem Ziel mit einem Schifftrawler, weil er sich einige Minuten Ruhe gönnte und nach jetziger Analyse des Vorfalls, alle Warnsysteme auf dem Segler, wie auch dem Trawler versagten. Nur mit Mühe und allergrößter Anstrengung gelangte Hermann mit seinem stark zerstörten Segler doch noch als Fünfter das Ziel.

Nun wurde er für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen.

 

Und warum schreibe ich Ihnen das?

Ich ziehe zu einem Leben mit Christus, das kurz vor dem Ziel ist, einen Vergleich:

 

Das Leben kann, wenn es ordentlich oder gar medienwirksam geführt wird, eine Vielzahl von Menschen beeindrucken, wenn nicht sogar beeinflussen. Positiv, wie auch negativ. Doch am Ende wird klar sein: Gott beeindruckt es nicht. Was geschieht, das geschieht aus Gnade und steht im Zusammenhang mit Seinem Plan. Christus wird nicht jedes Mal neu gekreuzigt, um uns zu zeigen, dass Er uns liebt. Durch unsere Leistung können wir die Liebe Gottes zu uns nicht beeinflussen, sie bleibt für Jedermann gleich stark. 

  • Am Ende der Jahre spielt es keine Rolle, ob man an einer bestimmten Position das Ziel erreicht. Die Reihenfolge, in der wir alle einmal die Ziellinie überschreiten, hat nichts mit der eigenen Lebensleistung zu tun. Wir erreichen das Ziel nicht früher, wenn wir bis zur letzten Minute alles geben und uns abrackern, weil wir es nicht gelernt haben, den Ruhetag Gottes zu heiligen, weil doch oft gerade an ihm so viel zu tun ist.
     
  • Gebote zu achten, gilt nicht nur für Seefahrer unter Wettbewerbsbedingungen, sondern auch für jeden Menschen, der Jesus Christus als Herrn hat. Die Gebote sind wie Seefahrer-Bojen am Rande unserer Fahrrinne. Wer nicht achtsam im Geiste lebt, unaufmerksam und leichtsinnig durchs Leben zieht, und sei es nur für kurze Zeit, läuft Gefahr, auf ein Riff zu laufen - oder mit dem Bösen in dieser Welt zu kollidieren. Die Warnsysteme Gottes fallen nicht aus. Aber der Empfang seiner hilfreichen Warnungen, kann durch menschliches Versagen immer wieder massiv 'gestört" sein.
     
  • Dass das Leben kein Ponyhof ist, sagt uns der Volksmund. Zwei von 80 Tagen hat Boris Herrmann in diesem Wettkampf genossen. Im richtigen Leben wäre dies keine besonders gute 'Ausbeute', zwei Tage in einem knappen Vierteljahr glücklich zu sein. Wer die schönen Momente des Tages genießen kann, auch wenn es nur kurze, flüchtige Momente sind, und wer sich in diesen Augenblicken an Psalm 103,2 hält, lebt recht: "Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was Er dir Gutes getan hat."

  • Mitten im schweren, stürmischen Wettkampf jemand anderem das Leben zu retten, das ist eine uneigennützige Tat. Das eigene Ziel hintenan zu stellen um des Anderen Willen. Unter Wettkampf-Bedingungen erntet man, wie in diesem Falle "Zeitpunkte", das Gegenteil von "Zeitstrafen", wenn man eine Regel bricht. 

Gott verteilt am Ende keine Fleißkärtchen in Form von Zeitstunden, die das Leben verlängern. Auch kennt es bei IHM keine "Zeitstrafen", die es verkürzen. Doch was wir uns immer wieder merken sollten:
"Kämpfe den guten Kampf, der zu einem Leben im Glauben gehört, und ergreife das ewige Leben, zu dem Gott dich berufen hat und für das du vor vielen Zeugen das gute Bekenntnis abgelegt hast." 1. Tim.6,12
 

  • Die letzte Zeit des Lebens kann noch einmal erfüllend sein und befriedigend. Sie kann uns allerdings auch nocheinmal so ganz herausfordern. Ein Bundesverdienstkreuz erhalten die meisten von uns möglicherweise nicht. Doch wer durchhält, am Ende die Seele ans Ziel bringt, erhält von IHM die "Krone des Lebens", weil die Lebensaufgabe erfüllt wurde.
    Hier noch einige biblischen Belege dazu:

    Im Neuen Testament werden fünf himmlische Kronen erwähnt, die für uns vorgesehen sind:


    1. Die unvergängliche Krone · 1.Korinther 9,24-25:
    “Wisst ihr nicht, dass die, die in einer Kampfbahn laufen, alle laufen, aber nur einer von ihnen empfängt dann den Siegespreis? Lauft so, dass ihr ihn erlangt. Jeder aber, der kämpft, enthält sich aller Dinge; jene nun, damit sie einen vergänglichen Kranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen.“

    2. Der Ruhmeskranz · 1.Thessalonicher 2,19: 
    “Denn wer ist unsre Hoffnung oder Freude oder unser Ruhmeskranz - seid nicht auch ihr es vor unserm Herrn Jesus, wenn er kommt? Ihr seid ja unsre Ehre und Freude.“ 


                                          Offenbarung 21,4: "Die Freude im Himmel wird unsere Belohnung sein und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ 

    3. Die Krone der Gerechtigkeit · 2.Timotheus 4,8:
    "Hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben.“ 

                                                           Philipper 3,20: "Wir dagegen sind Bürger des Himmels, und vom Himmel her erwarten wir auch unseren Retter: Jesus Christus, den Herrn."

    4. Die Krone der Herrlichkeit · 1.Petrus 5,4:
    "So werdet ihr, wenn der Hirte der Hirten kommt, die unvergängliche Krone der Herrlichkeit empfangen.“ 

    Stephanus, der zu Tode gesteinigt wurde, konnte in den Himmel aufschauen und nicht nur Christus sehen, der zur Rechten Gottes stand, sondern er hatte auch die Herrlichkeit Gottes sichtbar vor Augen:
                                                        Apostelgeschichte 7,55-56: "Er aber (Stephanus), erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel auf und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen.

    5. Die Krone des Lebens · Offenbarung 2,10:
    “Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“

                                                Jakobus 1,12: "Selig der Mann, der die Prüfung besteht, denn wenn er sich bewährt, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott denen verheißen hat, die ihn lieben."

 

Ich wünsche Ihnen Gottes guten Segen.
Waldemar Grab, Jan. 2021