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Meine Seele ... vergiss nicht ...!

"Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat." Psalm 103,2

(Den Text in grün konnten Sie bereits im Montagsbrief Nr. 854 lesen)

Dieses oft vertonte Selbstgespräch Davids steht als Vers über der vor uns liegenden Woche, wenn man sich an die Angaben der liturgischen Textlesungen der EKD halten mag (oder an das Losungsheft der Herrnhuter Brüdergemeinde).

Kennen wir das nicht: Plötzlich ertappen wir uns, in dem wir mit uns selbst reden. "Komm, los, das schaffen wir ..." -

"Wo hab´ ich denn meine Brille ... 'ach da' ..." - "Warum fährt der denn jetzt nicht, es ist grün!"  usw.

Überlegen Sie mal, wann es das letzte Mal bei Ihnen so weit war? ;-)

Und obwohl wir es immer eigenartig finden, wenn wir das Phänomen bei anderen beobachten, tun wir es bei nächster Gelegenheit selbst, so irgendeine Statistik aus dem ReadersDigest. Und wer seine Kinder oder Enkel beim Spielen beobachtet, stellt fest, dass sie ständig irgendetwas murmeln.

 

Selbstgespräche, so las ich, eignen sich bestens dazu, um die Kontrolle über belastende Situationen zu erlangen.

Sie können Gedanken bereinigen und Sachverhalte während des Denkprozesses klären. Nun ja, ich versuche, mich diesbezüglich, in der Gewalt zu haben.

David fordert sich bei diesem Psalm-Vers selbst, seine Seele, sein ICH, seinen Lebensodem (Seele) auf, Gott zu loben, um das zurückliegende, persönliche Erleben dankender Weise auf den Punkt zu bringen.

Selbstgespräch hin oder her: Das ist allerdings eine Taktik, die ich sehr gerne übernehme! Am Sonntagmorgen, bevor es zum Gottesdienst geht, vor dem Krankenbesuch und sogar vor einem Konzert oder Predigtdienst: 'Los, meine liebe Seele, mache Dich auf, sei nicht betrübt über dieses und jenes, was gibt es Schöneres, dem HERRN und den Nächsten einen Dienst zu tun!' wg

 

PS: Ein weiterer Pslalm Davids bestätigt es übrigens. Auch hier spricht er zu sich selbst, bzw. zu seiner Seele:

Psalm 42,6: "Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist!"

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