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Auf wen kommts an? Auf den, der predigt - oder den, der zuhört?

"Ich habe meinen Geist auf meinen Diener gelegt ..."  Jesaja 42,1a

Nachdem Gott sich im 41. Kapitel des Jesaja-Buches geduldig mit dem Problem anderer Götter auseinandergesetzt hat, setzt er irgendwann den Schlusspunkt und stellt klar, dass er Neues verkünden wird (V9 :  'Siehe, was ich früher verkündigt habe, ist gekommen. So verkündige ich Neues und ehe es aufgeht, lasse ich es euch hören').  

 

Im Vergleich dazu, verlinke ich Euch einen Abschnitt aus dem Matthäus-Evangelium, wo Jesus genau auf diese Aussage des Vaters eingeht und deutlich macht, dass er es ist, der beim Propheten Jesaja angekündigt wird:  Matthäus 12,15-21

 

Oder hier der Text aus der 'Basisbibel':

In Jesus erfüllt sich Gottes Zusage

15 Jesus wusste,

was die Pharisäer vorhatten.

Deshalb zog er von dort weiter.

Eine große Volksmenge folgte ihm.

Und er heilte alle Kranken.

16 Und Jesus schärfte ihnen ein,

niemandem zu erzählen,

wer er war.

17 So ging in Erfüllung,

was durch den Propheten Jesaja gesagt ist:

18 »Sieh doch:

Hier ist mein Sohn.

Ihn habe ich erwählt.

Ihn habe ich lieb.

An ihm habe ich Freude.

Meinen Geist werde ich ihm geben,

und er wird den Heiden meine Rechtsordnung verkünden.

19 Er streitet nicht

und schreit nicht herum.

Er hält keine lauten Reden auf den Straßen.

20 Das geknickte Schilfrohr wird er nicht abbrechen

und den glimmenden Docht nicht auslöschen.

So handelt er,

bis er meiner Rechtsordnung zum Sieg verholfen hat.

21 Die Heiden werden ihre Hoffnung

auf ihn setzen.«

 

Dieser Vers: "Ich habe meinen Geist auf meinen Diener gelegt ..."  Jesaja 42,1a  sprach mich heute in einer ganz besonderen Weise an, unabhängig des gewaltigen, historischen Hintergrundes, den wir bei Jesaja lesen. 

 

Alle, die in der Verkündigung tätig sind, stehen heute, am Sonntag, auf der Kanzel und versuchen mit eigenen Überlegungen altes Wort mit lebendigem Geist zu versehen. Und obgleich 100 Prediger über dasselbe Wort sprechen, kommt es im Idealfall aus 100 Mündern doch wieder 100-mal anders, nämlich zielgerecht und punktgenau in die Herzen derer, die es hören (wollen).

 

Selbst wenn Sie, ob dieser optimistischen Einschätzung, die Stirn runzeln sollten, überlege ich weiter: Kommt es auf den an, der predigt - oder auf den, der zuhört? ... Wir wissen es alle: In erster Linie ist der Heilige Geist Gottes das Bindeglied zwischen den beiden Protagonisten, die sich auch Täter und Hörer des Wortes nennen. Er ist, sozusagen, der 'Dritte im Bunde', der vermittelt, die Gedanken lenkt, zu unserem Geist spricht und unklare Auslegungen erhellen kann.

 

Beten wir bitte für die, die sich an jedem Tag der Woche Gedanken machen, um uns diese dann am Sonntag als 'Essenz' mitzuteilen. Beten wir, dass die Verkündiger das Evangelium in der Kürze der Zeit niemals 'übergehen', auch wenn es noch so viele Gedanken sind, die man gerne mitteilen möchte. "Dann doch lieber etwas aus dem 'Schaufenster' (der Predigt) herausnehmen", wie es mir der Evangelist Anton Schulte geraten hat, damit das Haupt-Angebot von all den anderen Dingen nicht erstickt wird: Die gute Botschaft Jesu.

 

Täuschen wir uns dabei nicht, Hörer und Beobachter des Wortes gibt es in riesig großer Zahl! Sie singen zwar alle aus unterschiedlichen Gesangbüchern, aber wenn sie an Christus glauben, spielt dieser menschliche, verlegerische Aspekt keine große Rolle. Sie alle kommen mir bei diesem Vers in den Sinn: "Ich habe meinen Geist auf meinen Diener gelegt ...".  Ganz gleich, ob Laie oder Pastor.

 

Beten wir für die, die im Gottesdienst sitzen und hören. Dass nicht das neue Kleid der Dame in Reihe 3 in den Fokus rückt, sondern die alte, gute Botschaft im neuen, erfrischenden Gewand.   wg

 

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