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Alle Macht über unsere Ohnmächte

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"Mir ist alle Macht gegeben, im Himmel und auf Erden." Matthäus 28,18b (Elb 2006)

 

Den in grün verfassten Text konnten Montagsbrief-Empfänger bereits lesen.

 

Der Vers steht am Ende des Matthäus-Evangeliums und ist eingebettet in die vier Verse (16-20), in denen Jesus die Verbreitung des Evangeliums für die Nationen (alle Welt) freigibt. Andere Übersetzungen verwenden statt des Wortes Macht auch "Vollmacht" oder "Gewalt".

Der Ursprung der Verkündigung Jesu war in Galiläa, das in Jesaja 8,23 und 9,1 als "heidnisches Ursprungsland" oder "Land der Heiden" bezeichnet wird (auch zitiert in Matth. 4,15), Luther nennt es das 'heidnische Galiläa'.

Hier begann Jesus mit einer Bußpredigt seinen Dienst: "Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!"(Matth. 4,17) und übernahm damit exakt die Worte von Johannes, dem Täufer (s. Kp. 3,2).

Eine neue Zeitrechnung begann, denn nun predigte der, der selbst die Macht hatte, den Sturm zu stillen, Wasser in Wein zu verwandeln, Tote zum Leben zu erwecken und alle, die zu ihm kamen zu heilen und ihre Sünden zu vergeben.

ER, Jesus, war der, der von so vielen Propheten, bis hin zu Johannes, dem Täufer, angekündigt wurde. Jetzt war er da - und ER beginnt seine erste Predigt mit dem Aufruf, den auch der Täufer benutzte: "Tut Buße ...!"

 

Und in Galiläa endete auch die Aufzeichnung des Matthäus. Drei Jahre hatte er mit den übrigen Jüngern dieses trockene Land durchquert und quasi eine ganz persönliche Bibelschule durchlaufen, die effektiver und bereichernder nicht sein konnte. Sie haben es doch alle die Jahre erlebt: ER, Jesus, hatte die Vollmacht als Sohn (Mt. 11.27-30) bzw. als "Menschensohn". Beim Propheten Daniel finden wir bereits einen ganz interessanten Hinweis darauf:

 

            Daniel 7,2.13.14: "2 Ich, Daniel, hatte eine Vision in der Nacht ...  13 und sah in diesen Bildern, dass einer kam mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der 'uralt' war und wurde vor ihn gebracht. DER gab IHM Macht, Ehre und Reich, dass IHM alle Völker und Menschen aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten."

 

Menschen, die Jesus nachfolgen, ertragen schwierige Lebensphasen in Geduld, aber auch die Phase des Sterbens kann, auch in der Trauer, als leichte Last empfunden werden. 

 

Ich werde das Friedhofs-Erlebnis nicht vergessen, bei dem eine Familie den Vater zu Grabe brachte.

Die Mutter war vor Jahren schon verstorben. Obwohl die Eltern an Jesus Christus glaubten, waren nur vier, der acht Kinder, ebenfalls diesen Weg gegangen. Die anderen nicht. Und so standen nun alle, zusammen mit ihren Ehepartnern und Kindeskindern, am Grab. Die, die glaubten, waren gefasst, das sah man. Sie wussten, dass sie die Eltern einmal wiedersehen würden und standen, sich an den Händen haltend, am Grab. Bei aller Traurigkeit, man konnte ihnen die Kraft unseres HERRN regelrecht abspüren. Die anderen, die das Leben mit Christus strikt ablehnten, wie oft hatte ich schon mit ihnen gesprochen, - sie bäumten sich vor Schmerz. Sie schrieen quasi alle Hoffnungslosigkeit aus sich heraus, es war ein ergreifender Verlustschmerz pur, ohne jegliche Hoffnung!

 

Ich dachte in diesem Moment an unseren heutigen Vers: "Mir ist alle Macht gegeben, im Himmel und auf Erden".
Wenn Jesus ALLE Macht hat, dann ist doch die Folge daraus, dass ER auch die Macht über unsere vielen Ohnmächte hat. Macht - über all die traumatischen Situationen, denen wir mit Hilflosigkeit, Wut, Angst und am Ende mit einer Leere gegenüberstehen, die uns zwangsläufig überkommt, wenn wir IHN nicht kennen: Jesus Christus.  wg