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I Montag der Karwoche | Lese- u. Hörversion

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"Nicht nur mit den Blättern rascheln ..."
Die Erlebnisse Jesu am Montag der "Stillen Woche".
Recherchiert und gelesen von Waldemar Grab
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Passionstext 1 | Montag | 

 

Was war das gestern für ein aufwühlendes Erlebnis für die Jünger. Sie konnten gar nicht verstehen, warum Jesus nach diesem phänomenalen Empfang in Jerusalem so still und nachdenklich blieb. „Hosianna“, hatten sie alle gerufen und Sacharja 9,9 in Sprechgesängen durch ganz Jerusalem schallen lassen: „Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm - und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.“                       Foto: HTR-Lizenz_AdobeStock_171583000

 

Aber irgendwie war gefühlt alles anders. Am Donnerstag noch waren sie in Jericho, wo ihr MEISTER mit dem Zöllner Zachhäus ein paar Wörtchen zu reden hatte und dieser tatsächlich Reue zeigte, Buße tat und sich für ein Leben mit ihrem HERRN und Meister entschied (!).

Dann zogen sie am Freitag die rd. 19 Kilometer weiter nach Betfage. Der Meister würde ihnen schon sagen, was sie da tun sollten. Sie waren ja seine Nachfolger, also folgten sie ihm nach und bisher war immer alles richtig, was ER tat. Doch die Sache mit der Eselin und dem Fohlen, das war wieder was zum Aufschreiben. Sagte Jesus doch haargenau voraus, dass sie dort die beiden Tiere finden würden, auf denen Jeschua am Sonntag in Jerusalem einreiten würde. Unglaublich, wenn Sie es nicht selbst erlebt hätten.

 

Und während sie am Sabbat im benachbarten Bethanien, am Fuße des Ölberges, bei Lazarus, Magda und Maria blieben und dort ihr Quartier einnahmen, zogen sie am Sonntag, wie schon beschrieben, in Jerusalem ein. Es war spät, als sie nach diesem Triumphzug am Abend wieder in Bethanien ankamen. Vermutlich brachten sie auf diesem Weg die Esel wieder zu ihrem Besitzer in Betfage vorbei.

 

AM MONTAG war Jesus früh wieder auf den Beinen und ging mit den Jüngern von Bethanien nach Jerusalem. Sie hatten Hunger und als sie an einem einzelnen Feigenbaum vorbeikamen, sah der zwar aus der Entfernung mit seinen vielen Blättern so aus, als wenn er bereits voller Erstfeigen wäre, das sind die Vorfeigen, die vom Baum dann abgeworfen werden, wenn auf ihm einige Wochen später an gleicher Stelle dann die Frühfeigen und im Herbst die Originalfeigen reifen, doch Jesus erkannte sofort: Da ist nichts zu holen. Voller Zorn sagte er zu dem Baum: „Du sollst nie wieder deine Früchte tragen“.

 

Hungrig gingen sie weiter und als Jesus den Tempel betrat, staunten sie nicht schlecht, wie ihr Meister mit den Händlern, Taubenverkäufern und Geldwechslern Klartext redete. Und nicht nur das, ER warf die Tische um und die Händler raus, aus dem „Haus des Gebetes“ das keine „Räuberhöhle“ sein soll. Dass Er dabei aus den Propheten Jesaja (56,7) und Jeremia (7,11) zitierte, merkten nur die Schriftgelehrten. Trotzdem: Das Ganze war ein gefundenes Fressen für die Lehrer, denn sie fingen nun an, ausführlich zu überlegen, wie sie ihn umbrächten. Doch das Volk war noch zu sehr auf seiner Seite. 

Dazu kamen die ständigen Hosianna-Rufe der Menschen und der Kinder, die die Oberen nervös machten. Nachdem Jesus sich auch noch auf Psalm 8,3 berief: „Unmündigen und kleinen Kindern hast Du DEIN Lob in den Mund gelegt!“ verließ er am Montagabend mit seinen Jüngern die Heilige Stadt und sie gingen, wieder am unglücklichen Feigenbaum vorbei, zurück nach Bethanien.

 

## Es zeigt wieder einmal, dass Jesus mit all seinen göttlichen Eigenschaften auch ein irdischer Mensch ist, der müde werden kann, hungrig, zornig, handlungsbereit und obendrein mit seinen Kenntnissen der Schrift und dem, was Gottes Plan ist, immer allwissend. Und so weiß er im Moment noch als einziger, was in den nächsten Tagen auf ihn zukommt. 

Und was den Feigenbaum angeht, wünsche ich mir sehr, dass wir alle nicht nur mit den Blättern rascheln, sondern für JESUS genügend Früchte bringen. An Seinem Segen ist es gelegen. 

 

Morgen früh um Sieben geht´s weiter im Text.

Bleiben Sie nachdenklich!  Ihr Waldemar Grab

 

Hier finden Sie die weiteren = PASSIONSTEXTE

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Kommentare: 1
  • #1

    Bernd und Renate Bär (Montag, 15 April 2019 08:14)

    Danke, Waldemar!