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Passionstext Einleitung: Baumfrevel oder Lobpreis der alten Schule ...! Das Wort zum Palmsonntag. Lese- u. Hörversion

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Baumfrevel oder Lobpreis der alten Schule? Das Wort zum Palmsonntag. Gelesen von Waldemar Grab
Passionstext Einleitung von weiteren sieben Texten. Sonntag, 14. April 2019
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Den Text in der grünen Schrift konnten Sie im Montagsbrief bereits lesen ... 

 

Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Matthäus 21,8

 

Palmare. Es ist der letzte Sonntag der Fastenzeit und der Beginn der sog. „Stillen Woche“ - oder auch der „nachdenklichen“. Ganz still zu sein, das schaffe ich nicht, aber die Tage nachdenklich zu verbringen, das will ich versuchen, bevor am Donnerstag die Osterfreizeit in Rehe stattfindet. Machen Sie mit? Bei beidem vielleicht?                    Foto: HTR-Lizenz_AdobeStock_191140072

 

Palmsonntag. Den Namen erhielt dieser Tag wegen des Geschehens in Jerusalem. Jesus reitet in die Stadt ein. Nicht auf einem tänzelnden, geschmückten Pferd, wie es die Könige und Herolde tun, sondern auf einem Lastentier. Genauso, wie es in den Schriften angekündigt war.

Für die Jünger wohl ein erhabenes Gefühl. Sie waren sicher stolz auf ihren Meister, der ihnen so viel erklärt und gezeigt hatte. Mensch, was hatten sie oft Blasen an den Füßen. Das Pensum das Jesus leistete, die Entfernungen, die ER zurücklegte, das war schon enorm. Und große Menschenmengen waren sie gewohnt, gerade in letzter Zeit kamen sie wieder in Scharen. Die Sache mit der Auferweckung des Lazarus hatte sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen und so standen sie nun alle am Straßenrand. Es war „eine sehr große Menge“, schreibt Matthäus. 

 

Viele waren gekommen, um in der Stadt das Passah-Fest zu feiern, sich an die Tage mit gesäuerten Broten an den zügigen Ausmarsch aus Ägypten zu erinnern. Alles ohne Hefe gebacken, weil keine Zeit war, um die Backwaren aufgehen zu lassen. Gott mahnte damals zur Eile und es gelang. Das sollen die Generationen über Generationen nicht vergessen, bis zum heutigen Tag. Und nun reitet in diesen Tagen der Messias ein.

 

Die Menschen rissen Zweige von den Bäumen, und warfen Sie auf den Weg. Was heute als Baumfrevel angezeigt würde, war damals eine Huldigung des ‚scheinbar doch anerkannten Königs der Juden‘.

Wer wohl alles da am Straßenrand stand und mit jubelte?

 

Und wie das so ist: Ein Kenner der Schriften fing vermutlich an zu rufen und dann stimmten sie alle mit ein: "Hosianna – Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des HERRN!"

Das war Lobpreis der alten Schule, denn sie wussten, dass sich hier gerade etwas aus den Schriften erfüllt: 

Sacharja 9,9: „Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm - und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.“ 

 

So wie man heute einen roten Teppich für VIP´s ausrollt, für sog. Very Important Persons, sehr wichtige Persönlichkeiten, wenn man es genau übersetzt. Ob sie es wohl wussten, oder ahnten sie es bloß, dass Jesus eine solche wichtige Persönlichkeit war? Oder war hier nur der Wunsch der Vater des Gedankens, dass der Mann auf dem Eselfohlen doch der MESSIAS ist?

Es haben alle mitgemacht, heißt es. Aber wie viele echte Lobpreis-Bekundungen waren wohl darunter - und wer hat tatsächlich einen Lobpreis-Event in seinem Herzen daraus gemacht? 

Was werden sie alles geredet und getuschelt haben.

 

„Er hat mich geheilt“, ruft der eine, „ich kann wieder gehen!“, der andere.

 

„Meine Mutter ist nach Jahrzehnten wieder gesund geworden, nachdem sie ihr ganzes Vermögen in die Ärzte gesteckt hatte, hat Jesus sie kostenlos geheilt!“ - ruft eine ...

 

Eine kanaanäische Frau aus Tyrus erzählte froh denen, die um sie herum standen, dass Jesus ihre Tochter geheilt hat. Seine Jünger wollten sie erst davon abhalten … aber Jesus habe ihre Hartnäckigkeit belohnt und sie gesund gemacht!

 

„Ich bin gesund geworden, weil ich sein Gewand berührt habe!“, rief eine Frau glücklich … 

„Ich auch!“, plötzlich eine andere. 

„Bei mir war das auch so“ sagt ein Mädchen leise und ein Raunen ging durch die Menge. Es hatten wohl viele im Glauben dasselbe getan.

 

"Bei mir hat er gegessen…" - rief ein kleinerer Mann keck, - und die Leute schauten nach oben, wo die Stimme herkam.
Er war, wie so oft, an einem Baum hochgekraxelt, damit er etwas sehen konnte – 

 

„ ... und aus meinem Krug hat er etwas getrunken“ spricht die Frau, die ihm am Brunnen begegnet war.

(Was möglicherweise nicht ganz richtig ist, denn Jesus wollte zwar etwas trinken, aber wenn wir uns den Text genau anschauen, reden sie nur bzw. SIE redet – und läuft dann in die Stadt, um es allen zu erzählen. Vom Wasserschöpfen oder gar trinken ist keine Rede mehr im Text.)

 

Aus dem Norden des Landes, aus Kapernaum, war einer mehr zufällig in die Stadt gekommen. Bei ihm hatte Jesus die bösen Geister ausgetrieben. Nun war er rein, - sauber, und voller echter Anbetung. „Er hat meine Sünden vergeben“ brachte er die Sache auf den Punkt. 

 

Der Blinde, der Stumme, der Schlafwandler, der Lahme und der Krüppel - alle stehen sie (in meiner Vorstellung) am Wegesrand und jubeln ihm zu! Und zu jedem gibt es eine Bibelstelle, die die Zeichen u. Wunder Jesu belegt. "Abenteuer Bibellesen“!  -  Die Aussätzigen, die Gichtbrüchigen, der Mann mit der verdorrten Hand, die vielen, ehemals psychisch angeschlagenen, von Dämonen besessenen - ja, sogar die Schwiegermutter des Petrus … alle jubeln sie ihm zu - und übrigens: ... Wir werden sie alle, denen Jesus neben der Heilung auch ihre Sünden vergeben hat - im Himmel wiedersehen!

Auch diesen römische Offizier, für den JESUS seinen Diener, der im Sterben lag, geheilt hatte … er durfte von Berufswegen vom Straßenrand nicht mitjubeln und musste sich neutral verhalten … war er doch in Uniform und beobachtete alles ... aber sein Herz brannte!

 

Und wie viele von den 5.000 Menschen, die Jesus mit den fünf Broten und den zwei Fischen gespeist hatte - standen wohl am Straßenrand und jubelten ihm zu - einige hatten sogar beobachtet, dass hinterher noch zwölf Körbe mit dem Essen übrig waren! Und wie viele waren es von den späteren 4.000?

Es waren sehr viele, so lesen wir, als Jesus vor kurzem den Lazarus von den Toten aufgeweckt hat! Das war noch nie da! Ein Wunder! Das hatte sich herumgesprochen wie ein Lauffeuer! Deshalb bejubelten sie ihn! Er MUSSTE der Messias sein! 

 

Und wie viele Heuchler werden IHN bereits in den nächsten Tagen bereits verraten, ihn schuldig sprechen und lüstern den Weg nach Golgatha mitlaufen?

 

Wir werden es erfahren in den noch folgenden sieben Texten.

Bleiben Sie nachdenklich!  Ihr Waldemar Grab

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Kommentare: 1
  • #1

    Sr.RenateThees (Montag, 15 April 2019 13:42)

    Danke für die Hörversion. Dass in den Evangelien trotz der Menge der Einzelne erwähnt ist, gibt mir Hoffnung und macht mir Mut: JESUS sieht den Einzelnen, Gott ist an mir interressiert, also an jedem Einzelnen.