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Geschickt oder ungeschickt / Lese- u. Hörversion

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Montags-Impuls Nr. 819 als Hör-Version
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"Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes." Lukas 9,62

 

Dieser Vers ist für den gestrigen 3. Sonntag der Passionszeit vorgesehen. Man nennt ihn Okuli (lat. „Augen“) und er ist fest verbunden mit Psalm 25,15:„Meine Augen sehen stets auf den HERRN.“ Macht Sinn, auf Christus zu schauen, während man in Seinem Acker pflügt, nicht wahr?

 

Ich habe diese Stelle nur im Lukas-Evangelium gefunden und während ich sie während der Predigtvorbereitung auf mich wirken ließ, kam mir auch die Aussage des Paulus aus Philipper 3,13 in den Sinn: "Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht so ein, dass ich's ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“

 

Wenn man für eine bestimmte Tätigkeit nicht geschickt ist, ist man möglicherweise ungeschickt.

Mein Vater, zum Beispiel, hätte gerne gesehen, dass ich in seinem Baugeschäft einsteige, doch dazu fehlte mir jegliches „Geschick“. Mein Bruder konnte besser mit Fäustel, Kelle und Wasserwaage umgehen und übernahm den Job. Er war geschickter als ich. Dafür konnte er kein Klavier spielen. Jedem das Seine. Udo Jürgens besang dieses Schielen zum scheinbar "besseren Bruder" in seinem Lied "Mein Bruder ist ein Maler ..."  (Link am Ende des Impulses)  und ganz ehrlich? Ich habe, wenn ich am Klavier saß und die "Udo-Lieder" sang, die Wörter dieses Liedes in Gedanken oft ausgetauscht, gegen "Maurer", statt Maler und "Häuser", statt Bilder.  Doch dieses Thema behandle ich einmal in einem anderen Impuls.

 

 

Wenn ich nun Dinge tue, für die ich eigentlich nicht so talentiert bin, sollte ich es lassen. Nur, weil es andere auch tun, sollte dieses Argument nicht der Motor sein, es ebenfalls zu machen. Die Talentshows, die im Namen unseres Landes „Superstars“ suchen, sind voll von Träumern und Schrägsängern. Sie alle sind ganz bestimmt in anderen Gebieten wunderbar talentiert, aber sie taugen nicht als Superstar auf den Brettern, die angeblich die Welt bedeuten und gehen sogar das Risiko ein, von der Jury hart rangenommen und in den Sozialen Medien "niedergemacht" zu werden.

 

Doch zurück zur anderen Aussage des Textes: Die Neue Zürcher Bibel (NZB) formuliert die besagte Bibelstelle auch so: 

„Niemand, der die Hand an den Pflug legt und zurückschaut, taugt für das Reich Gottes.“ 

 

Es geht Jesus wie immer um die innere Einstellung der Sache. ER reagiert hier im Einzelfall auf den Mann, der ihm zwar nachfolgen, - aber nur noch eben Abschied von seiner Familie nehmen will. Klingt im ersten Moment hart, wie Jesus es sagt, nicht wahr? Es ist meines Erachtens jedoch nicht so gemeint, wie es auf den ersten Augenblick aussieht. Warum ich das so sehe?

 

Es geht hier um den Moment der Entscheidung, Jesu Christus nachzufolgen.

Diese Entscheidung soll nicht hinauszögert werden. Jesus sagt nicht, dass wir nicht mehr zurückblicken sollen, sonst würde der oft zitierte Vers „... und vergiss nicht, was ER dir Gutes getan hat!“ aus Psalm 103,2 nicht greifen.

Auch, wer schon in der Nachfolge steht, muss sich ständig prüfen, ob er diszipliniert in der Bibel liest, im Gebet verweilt, bewusst am Brotbrechen teilnimmt und mit Freude in der Gemeinschaft mit anderen Christen lebt!

Oder ob ihn nur noch eben ein Telefonat, eine E-Mail, Müdigkeit oder eine andere Ausrede davon abhält, treu zu sein. 

 

Du willst gerne mit dem HERRN klare Sache machen? Dann lass dich nicht von den Dingen aufhalten, die Dich dann abhalten, Hand an den Pflug im Acker Gottes zu legen. Wer pflügt, muss nach vorne schauen. Erst am Ende jeder Furche darf ein Blick zurück gewagt werden.  wg

 

Wenn Sie wissen wollen, wie mein Großvater „Hand an den Pflug“ gelegt hat, können Sie dies hier nachlesen:   
Großvaters Ackergäule

 

Udo Jürgens: "Mein Bruder ist ein Maler ..."   (falls Sie es weiter interessiert: Hier ein Einblick ins Leben seines Bruders)