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"Stellt euch nicht dieser Welt gleich ...!"

Stellt euch nicht dieser Welt gleich ..."

 

Das ist ein gewagter Satz, den Paulus hier von sich gibt. Wie soll denn das gehen? Wir leben und weben, sprich: arbeiten in ihr, zahlen Miete, tätigen Bankgeschäfte, haben Versicherungen fürs Haus und fürs Leben abgeschlossen, schauen Fernsehen, gehen ins Kino und ins Restaurant. Freuen uns über richtig schöne Feste, trinken ein, zwei Glas Wein, fahren auf der Autobahn auch mal 140, wenn nur 120 erlaubt sind und buchen vom Ersparten einen komfortablen Urlaub. Wir sprechen respektlos über politische Entscheidungen der Obrigkeit, geben unsere einzigartige Weltmeinung in den sozialen Medien wieder, reden nicht nett über Dritte und schon garnicht über das, wo er mit seiner Meinung richtig liegen könnte und sind in der Symbiose* mit weltlichen Dingen äußerst tolerant.

 

Paulus mochte diese *Gleichstellung und Verbindung zweier unterschiedlicher Arten, hier der Weltmensch und dort der wiedergeborene Christ, die sich zusammentun um größtmöglichen Nutzen daraus zu ziehen, überhaupt nicht. Und wir täten gut daran, uns die kleine Mühe zu machen, zu verstehen, wie der Apostel es meint.

 

„ ... sondern ändert euch durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene."   Römer 12,2

 

 Als ich noch kein Ja zu Jesus Christus gefunden hatte, konnte ich mit diesem Satz nichts anfangen. Es fehlte mir einfach die Erkenntnis, zu verstehen, was die Bibel hier sagt und wie sie es meint. 

Nach meiner Entscheidung war Manches sofort klar. Mit der Hilfe des Heiligen Geistes erinnerte ich mich an so Vieles, was ich insbesondere in der Jugend bereits von Jesus gelesen und gehört - oder was Menschen mir von IHM erzählt hatten. Jesu Satz an die Jünger: „Aber der ... Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, (wenn ich von euch gegangen bin), der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“ (Johannes 14,26), der greift auch hier, in Römer 2.

 

Irdische Erfordernisse müssen mit irdischen Erträgen bezahlt werden. Das macht nicht der Geist Gottes für uns. Um Rechnungen zu bezahlen, muss in der Regel ordentlich geschafft werden. Doch dem Einfahren der Erträge sind Grenzen gesetzt. Nicht quantitativ, jedoch qualitativ. Der irdische Charakter unseres Tuns sollte dann ein Ende haben, wenn die Gebote Gottes, und das sind nicht nur die Zehn, nicht mehr eingehalten werden. Das geschieht meist aus niederen Beweggründen, nämlich dann, wenn unsere Ehre auf dem Spiel steht. Wenn Menschen beobachten, dass wir uns einschränken in Dingen, die uns durch die Erneuerung unseres Sinnes plötzlich klar werden, ist uns ihr Unverständnis oft peinlich. Bedenke: Unsere Ehre darf nicht über der unseres HERRN stehen. 

 

Wer nach Gottes Willen fragt und auf Antwort wartet, muss prüfen, ob er seine Sinne noch alle beieinanderhat oder ob ein paar von ihnen doch noch zu sehr mit weltlichen Dingen beschäftigt sind. Dingen, die nicht zum heiligen Boden gehören, den wir suchen sollen, sondern, oft eher unbewusst, zum verseuchten Areal. Dies sind die Bereiche, wo Sünde erkennbar oder auch kaum spürbar, gelebt wird. Das wäre dann die „Welt“, mit der wir uns nicht (mehr) gleichstellen sollen.

Doch Achtung, ich komme nochmal zum Anfang: Geistliches Abheben kann gefährlich werden, denn wie gesagt: In der Welt muss geschafft werden, damit wir die irdischen und gesetzlichen Notwendigkeiten erbringen können.  wg