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Unter jedem Dach ein "Ach" ...

Leidet (gerade) jemand unter euch? Dann soll er beten!

Erlebt jemand (eine) Freude? Dann soll er Loblieder (und Psalmen) singen!

Jakobus 5,13 | HTR-Ü

"Unter jedem Dach ein 'Ach' ", pflegte mein Vater immer zu sagen, wenn man von den Problemen und Schwierigkeiten anderer erfuhr und darüber redete. Er wollte damit ausdrücken, dass es selbst bei den nach außen hin unproblematischsten und fröhlichsten Menschen oft Probleme gibt, die man sich vorher beim besten Willen nicht vorstellen konnte. Bei den einen merkt man es rasch, bei anderen nicht. Uns Kinder lehrte das, achtsam zu sein, bei Beurteilungen Dritter. Der zweite oder auch dritte Blick sind manchmal der Genauere.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 Foto: HTR-Lizenz_AdobeStock_46282670

       Heute stelle ich mir in der Tat oft die Frage, wie ich die Probleme in der geschätzten ersten Hälfte meines Lebens bewältigt habe, so ganz ohne Jesus Christus. Jakobus hat natürlich recht, wenn er sagt, dass der, der leidet, beten soll. Der Brief ging ja an die Diaspora, die Christen außerhalb Palästinas. Die wussten, was er meinte!

Aber was, wenn der, der leidet, Jesus nicht kennt?

       In einer zunehmend schwierigeren und gottloseren Zeit dürfen wir nicht aufhören, es den Menschen immer wieder zu sagen, dass es ohne Gott nicht geht!

 

       Und wer als Christ Freude erlebt? Natürlich dankt und betet er ebenso! Da kenne ich keinen, der das nicht tut. Hier weist Jakobus ja auf die bestehenden Lobgesänge hin. Damals waren die Psalmen bei den Gläubigen Juden und auch den "neuen Christen" in aller Munde! Fast automatisch betete man zu bestimmten Anlässen bestimmte Psalmen. 

(Ich denke in diesem Zusammenhang, dass es nicht Luther war, der den Gesang in die Gemeinden brachte, sondern mit diesem Vers bereits Jesu Halbbruder Jakobus. Luther hat dann das Singen der Gemeinde wiederbelebt in einem durch die katholische Kirche verbotenen Areal, dem Gotteshaus.

 

       Wie sieht es heute aus mit bestimmten Automatisierungsprozessen unseres Lebens?

Wenn die Ampel rot ist, treten wir ohne nachzudenken auf die Bremse. Wenn Sie grün ist, fahren wir wieder los.

Wenn wir etwas aus dem Kühlschrank nehmen, schließen wir ihn sofort wieder. Auch, ohne groß darüber nachzudenken.

Und wenn wir Leid tragen? Beten wir! Und wenn wir uns freuen? Singen wir! - So sollte es sein!

Gott muss einbezogen werden in die täglichen Dinge und zwar so, dass wir es als selbstverständlich erachten.

 

Du kannst "Marmor, Stein und Eisen bricht" singen oder "Lobe den Herrn, meine Seele ...", - ich weiß aus eigener Erfahrung: die Veränderung Deines Wesens findest Du nur im Lob Gottes. Wer sein Singen ausrichtet auf den Anfänger und Vollender allen Lebens, ist ein Gesegneter. Denn Gott loben, das kann nur der, dem die Vergebung und die Freude widerfahren ist.

Wissen wir nicht alle aus eigener, tiefer Erfahrung, dass auch im Leid der Lobgesang Gottes als Licht- und Trostspender die Dunkelheit auflöst? Hören Sie Sich unten stehend einmal einen Auszug aus dem Psalm 121 an, den ich damals mit als einen der ersten biblischen Lobgesänge für mich persönlich vertont habe. 

 

"Unter jedem Dach ein Ach ..." ist eine statistische Wertung, die niemand wirklich erhoben hat. Aus der Sicht der Lebenserfahrung heraus betrachtet, kann sie jedoch durchaus stimmen. Für die einen ist Krankheit und finanzielle Not das "Ach", für den anderen die Sorge um die Kinder, für wieder andere die Wahl der Markenkleidung. 

 

 

"Unter jedem Dach?" - Spontan denke ich an die Begebenheit aus der Apostelgeschichte, wo der Kerkermeister die zuvor ausgepeitschten Gottesmänner Paulus und Silas in sein Haus einlud: Apostelgeschichte 16:33-34 "Und er nahm sie zu sich in derselben Stunde der Nacht und wusch ihnen die Striemen. Und er ließ sich und alle die Seinen sogleich taufen und führte sie in sein Haus und deckte ihnen den Tisch und freute sich mit seinem ganzen Hause, daß er zum Glauben an Gott gekommen war."  Das ganze Haus! Möglicherweise eines, wo die Sorgen größer wurden, denn so ganz ohne Tadel durch die nächsthöhere Stelle wird der Kerkermeister mit dieser Aktion wohl nicht davon kommen. Die später erwähnten Richter wussten jedoch scheinbar noch nichts von dieser nächtlichen Begebenheit. Aber es ist alles unter Gottes Aufsicht und Güte gestellt. Das verändert den Standpunkt und die Sichtweise des Lebens, den Auftrag und das Zuhause.   wg

 

Der Psalm 121 zum Reinhören: