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Ein paar Gedanken über die Gedanken - Eine kleine Bibelarbeit

 

"Wenn jeder hätte vor der Stirn aus hellem Glas ein Fensterlein,

darinnen die Gedanken schwirr‘n

und jeder sehe da hinein ...!

Was gäbe das ein Laufen,

um matte Scheiben einzukaufen!“ 

 

Verfasser unbekannt

 

                                                                        @HTR-Lizenz_AdobeStock_169246376

Kennen Sie dieses Gedicht? Es bringt einem unvermittelt ein Schmunzeln ins Gesicht, nicht wahr? Wissen wir doch nur zu gut, dass die eigenen Gedanken auf dieser Erde auch tatsächlich nur uns alleine gehören. Manchmal teilen wir sie anderen mit, sortiert und durchdacht, aber grundsätzlich sind wir doch recht talentiert, wenn es darum geht, ihnen freien Lauf zu lassen. Da springen wir binnen kürzester Zeit vom Hölzchen aufs Stöckchen und vom Stöckchen aufs Steinchen, vor und zurück und über Hügel und Landschaften. Und unter uns: Es tut uns sogar gut.

 

Eines der Lieblingslieder meiner Großeltern war das Volkslied „Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten,

sie fliehen vorbei, wie nächtliche Schatten. Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen, es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei!“ - Der Hochschullehrer für Germanistik August Heinrich Hoffmann alias Hoffmann von Fallersleben hatte diesen Text erstmalig im Jahr 1780 veröffentlicht, vermutlich nach einem frühen Liedtext des Dichters „Freidank“ aus dem 13. Jahrhundert: 

                >> diu bant mac nieman vinden, diu mîne gedanke binden.

                man vâhet wîp unde man, gedanke niemen gevâhen kann. <<

 

„Matte Scheiben“ um unsere tiefen, inneren, ganz persönlichen Wünsche und Gedanken vor anderen zu schützen ...

das klingt gut. Aber bringt‘s was? 

Ob wir glauben oder nicht glauben, der Schöpfer des Lebens kennt keine Hindernisse, um uns nahe zu sein.

 

Er sagt es ohne Umschweife viele, viele Male in der Bibel. Hier nur einige Auszüge:

 

„Ich weiß (schon jetzt) die Gedanken (meines Volkes), die sie gerade umsetzen,noch bevor ich sie in das Land (der Verheißung) bringe, so wie ich es gesagt habe.“   *Deuteronomium 31,21; HTR-Ü (*5. Mose)

 

„Denn der HERR erforscht alle Herzen und versteht alles Dichten und Trachten der Gedanken.Wirst du ihn suchen, so wirst du ihn finden; wirst du ihn aber verlassen, so wird er dich verwerfen."  1.Chronik 28,9b; Lu84

 

„Aber der HERR kennt die Gedanken der Menschen: sie sind nur ein Hauch!“  Psalm 94,11; Lu84

 

„Oh Herr, du hast mich gründlich gesucht und hast mich erkannt. Du weißt, wenn ich mich hinsetze und wenn ich aufstehe [weißt mein gesamtes Leben, alles was ich tue]; Du verstehst meinen Gedanken bereits von weitem. Du prüfst mein Gehen und mein Liegen. Und du kennst all meine Pfade genau. Noch bevor ein Wort [unausgesprochen] auf meiner Zunge ist, siehe, Herr, du kennst es.“   Psalm 139,1-4; HTR-Ü

 

 „Du siehst, wie sie Rache üben wollen, und kennst alle ihre Gedanken gegen mich.“  Klagelieder 3,60; Lu84

 

„Und der Geist des HERRN fiel auf mich, und er sprach zu mir: „Sage: So spricht der HERR: So habt ihr geredet, ihr vom Hause Israel; und eures Geistes Gedanken kenne ich wohl.“  Hesekiel 11,5; Lu84

 

 

Auch im Neuen Testament finden wir diese göttliche Eigenschaft des Gedankenlesens:

„Als aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr so Böses in euren Herzen?“ Matthäus 9,4; Lu84

 

„Jesus erkannte aber ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet; und jede Stadt oder jedes Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann nicht bestehen."   Matthäus 12,25

 

„Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fingen an zu überlegen und sprachen: Wer ist der, dass er Gotteslästerungen redet? Wer kann Sünden vergeben, als allein Gott? Als aber Jesus ihre Gedanken merkte,antwortete er und sprach zu ihnen: Was denkt ihr (da) in euren Herzen?“    Lukas 5,21.22; Lu84

 

und so wie diese, gibt es viele, viele Stellen mehr.

 

Manchmal ist es erstaunlich, wie sich Gedanken von einer Sekunde auf die andere vom „heiligen Boden

auf „verseuchten Boden“ begeben und von einem gottgefälligen Gedanken in einen sündigen Gedanken fallen können.

Das geht ruck zuck.

Was meinen Sie, ob auch der Teufel unsere Gedanken lesen kann, so wie der Schöpfer - oder unser HERR JESUS? - Die Bibel sagt darüber nichts Genaues, aber wer genau hinhört, kann es sich denken:

Denn hätte Satan bei der Versuchung Jesu nicht andere Fragen gestellt, wenn er voraussehen konnte, dass Jesus ihn mit biblischen Argumenten entwaffnen würde? Wenn er gewusst hätte, dass Jesus keine Sünde kannte (2. Korinther 5,21), keine Sünde tat (1. Petrus 2,22) und in IHM keine Sünde war (1. Johannes 3,5), hätte dann die Versuchung Satans noch stattgefunden?  

 

Satans Macht und Befähigung als "Geschöpf Gottes" (erst Engel Gottes, dann gefallener Engel) ist, Gott sei´s gedankt, begrenzt. Jesus Christus steht immer über ihm und über dem, was er anrichtet.

Satan steht in der Hierarchie nicht nur weit unter GOTT, sondern auch ebenso weit unter uns, denn Christusgläubige haben Macht über ihn: „So seid nun Gott untertan. Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch. Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch.“ Jakobus 4,7.8; 

 

Wir können diesen Vers übrigens nicht in jedem Fall in einen Umkehrschluss bringen, wie: „Widersteht Gott, so flieht er von euch.“ Unser VATER IM HIMMEL wird immer und in jeder Situation in Rufnähe bleiben. Auch hier ist die Bibel voller Beispiele.

 

Bei dem fortgesetzten Gedanken: „Naht euch dem Teufel, so naht er sich zu euch“, bekomme ich jedoch eine Gänsehaut, weil ich spüre, dass diese Aussage stimmt. Satan, Fürst dieser Erde (Joh. 12,31), kennt zwar unsere Gedanken nicht, aber hört, wenn wir ihn rufen und spürt sofort, wenn wir uns auf seinem Terrain bewegen. Im selben Moment ist er da und bindet uns. Es sei denn ... s.o. Jakobus 4.

 

Einzig und allein mit der Gewissheit der Allgegenwärtigkeit Gottes im Herzen lebt es sich unbeschwert.

Daran will ich mich halten. wg

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Kommentare: 2
  • #1

    Sr.RenateThees (Montag, 25 Februar 2019 13:01)

    Das Gedicht ist sehr gut, es ist ein geflügeltes Wort in unserer Schwesternschaft, zitiert von einer Schwester, die schon im Himmel ist.
    Wie gut, dass Jesus unsere Gedanken kennt! Satan will versuchen unsere Gedanken zu beeinflussen, aber wie gut, dass Jesus der Sieger ist, und mit seiner Hilfe können wir falsche Gedanken stoppen!
    1.Kor.15,57 "Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt, durch unsern HERRN Jesus Christus."
    2Kor.10,5: "Wir zerstören mit den geistlichen Waffen Gedanken und alles Hohe, das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und nehmen gefangen alles Denken in den Gehorsam gegen Christus."
    In Übertragung: 2.Kor. 10,5b: "Ja, wir nehmen jeden Gedanken gefangen, und machen ihn Christus, unserem erhabenen HERRN, gehorsam."
    Dieser Sieg muss täglich, ja manchmal stündlich errungen werden.
    Ein Wort von IHM macht alles still!

  • #2

    Sr.Renate Thees (Mittwoch, 27 Februar 2019 07:28)

    Komentar zu meinem Kommentar1:
    Damit das nicht falsch verstanden wird- wir müssen den Sieg nicht erringen, der Sieg ist vollbracht, am Kreuz von Golgatha! Ich darf den Sieg in Anspruch nehmen, indem ich dafür danke, mich Jesus ganz anvertraue, ja sage zu Gottes Weg. So kann ich nehmen aus Seiner Fülle, danken für die vollbrachte Erlösung!
    Paulus schreibt in Philipper 2,12.13: "...schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist es, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen."