· 

SEPTUAGESIMAE - Eine kleine Recherche zur Zahl 70 in der Bibel

LXX ist eine römische Zahl.

Das L steht für 50, das X für 10,

rechts der ersten Zahl platziert, wird es dazugezählt, links abgezogen.

Zwei XX = 20, also L + XX = 50 + 20 = 70. 

Noch 70 Tage bis Ostern! Im laufenden Kirchenjahr erinnerte der gestrige Sonntag mit der Bezeichnung SEPTUAGESIMAE darauf hin und ich habe einmal recherchiert, welche Rolle diese Zahl in der Bibel übernimmt. 

 
Die Bibel hat des häufigeren die Zahl Siebzig in Gebrauch. Sie wird als „Zahl der Vollständigkeit in der Gnade und im Gericht“ bezeichnet. 


Gott schenkte Noah 70 Nachkommen, so geht es aus der ersten Völkertafel in 1. Mose 10,31f (Genesis) hervor; 


Während die quälende Wüstenwanderung Israels unter Moses zur großen Glaubensherausforderung wurde, erreichten sie Elim, wo sie 12 Wasserquellen und 70 schattenspendende Palmbäume vorfanden (2. Mose 15,27 ((Exodus));


In 4. Mose 11,16 (Numeri) erfahren wir, dass Gott Moses beauftragte, 70 Älteste zu finden und sie vor der Stiftshütte aufzustellen.

 

Bei den in Kapitel 29,13f genannten Opfervorgaben für die gesetzlichen Feste lesen wir beim „Laubhüttenfest“ von 13 Stieren am ersten Tag, die in der Folge an jedem weiteren der sieben Tage mit einem Stier weniger dargebracht wurden. Alle Tiere zusammengezählt (13+12+11+10+9+8+) ergaben 70. 


In Psalm 90, dem Gebet des Moses, spricht dieser von der Schnelligkeit unserer 70 Lebensjahre. 
 
Juda lebte 70 Jahre in der Verbannung (Jeremia 25,11) und Jesus sandte, zusätzlich zu den Aposteln, 70 weitere Jünger voraus in die Orte, die er selbst noch besuchen wollte (Lukas 10 / manche Übersetzer schreiben 72).
 
Im Jahr 70 n.Chr. fand die Zerstörung Jerusalems statt und Daniel beschreibt den Heilsplan Gottes mit 70 Jahrwochen (Daniel 9,2). 
 
Ein Teil der Bibelübersetzung aus dem Urtext wird mit dem lateinischen Zahlwort für "70", SEPTUAGINTA LXX bezeichnet.
Man sagt, dass 72 jüdische Gelehrte in Alexandria die fünf Bücher Mose, also die Tora, aus dem Hebräischen ins Griechische übertragen haben. Jeder habe dabei für sich gearbeitet und alle 72 Übersetzungen seien am Ende identisch gewesen. Später wurde die Zahl auf 70 abgerundet, um damit auf die oben bereits erwähnten 70 Auserwählten, die vom Geist Gottes inspirierten Jünger Jesu hinzuweisen.
 
Von der Antwort Jesu auf die Frage, wie oft wir vergeben sollen, nämlich 70x7 mal, haben wir alle schon gehört (Matthäus 18,22).
 
Die Anwendung:
Während die aufgeführten Angaben in der gesamt-historischen Betrachtung recht interessant sein können, bleibt die Überlegung, welche Anwendung für den Alltag neben der Bereicherung des Allgemeinwissens, übrigbleibt.
 
Es sind 1. der äußerst weise Hinweis in Psalm 90 auf die siebzig, wenn’s hoch kommt achtzig, Jahre unseres Lebens, die in Eile davonfliegen. Wer es immer wieder bedenkt, wird klug (s. V.12)!
 
Und 2. die Antwort Jesu auf die Frage des Petrus, immer wieder neue Anläufe zur Vergebung zu machen. In diesem Falle siebzigmal siebenmal. Eine damalige Redewendung, die die machbaren Grenzen des Menschen erreicht. Wer weiterdenkt, versteht: Wer sich auf die erlebte Vergebungsgnade Gottes besinnt, die immerhin den ewigen Tod erlassen und das ewige Leben geschenkt hat, kommt zu dem Schluss, dass die Vergebung gegenüber dem Nächsten in diesem Vergleich doch eher nur als unerheblich betrachtet werden müsste.  wg

 

Ich freue mich über Ihren ergänzenden Beitrag. Gerne auch Ihre Meinung, welche Rolle die Zahlen in der Bibel haben oder haben könnten.