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Wie aus dem "Heiligen Geist" ein "eiliger Geist" wurde ...

Heiliger Geist ... Eiliger Geist?

 

Waldemar Grab

 

Liebe Blog-Leser, ich muss heute mit ihnen über ein Problem sprechen, das ich in der letzten Zeit häufiger an mir bemerke. Es ist die Sache des „Eiligen Geistes“. Ja, Sie haben richtig gelesen. Doch bevor sie laut protestieren, von vorne:

 

In einer Bibelkonferenz kam ich auf die Hilfe des Heiligen Geistes zu sprechen, der mir bei den Vorbereitungen meiner Dienste unerlässlich scheint. Tage vorher schon geht mir dann der Bibeltext durch den Kopf und ich entwerfe in meinen Gedanken hier einen roten Faden und dort eine Anmerkung und es dauert, bis ich den ersten Buchstaben aufs Papier bringe.

 

In dieser Predigt verschluckte ich nun in einem Anflug von „Schnellsprech“ das „H“ beim „Heiligen Geist“ so sehr, so dass es am Ende der „Eilige Geist“ war, den ich bei den Vorbereitungen bemühte. Erst durch das dezente Lachen der Teilnehmer erkannte ich meinen Fehler und versuchte mit einem scherzenden Einwand einen neuen Gedanken zu entwickeln.

 

Versprecher hin oder her, dem Heiligen Geist war es gelungen, mich auf dieses Problem, das durch meinen „Freud’schen Versprecher“ aufgedeckt wurde, aufmerksam zu machen. Aber mal unter uns: tritt bei so etwas nicht durchaus auch die tiefer gelegene, eigentliche Motivation zutage? 

 

In meinen Vorstellungen geht mir tatsächlich manches in meinem Verkündigungsdienst zu langsam und wenn ich meinen Herrn um offene Türen oder gar finanzielle Mittel für unsere Missionsarbeit bitte, schaue ich nicht selten gleich in die E-Mails oder aufs Vereinskonto, um zu schauen, ob sich schon was getan hat.

 

Gott zeigte mir oft deutlich, dass sein Zeitplan anders ist als meiner. Und wenn ich in der Bibel nachschlage, was finde ich? Wartezeiten über Wartezeiten, einmal ganz abgesehen davon, dass die vor uns liegende Adventszeit ja auch eine symbolische Wartezeit für uns Christen widerspiegelt: das Warten auf das zweite Kommen Jesu.

 

Wie lange baute Noah an seiner Arche? Unvorstellbare 120 Jahre lang!

 

Wie lange dauerte es, bis Nehemia seinen Auftrag in Jerusalem erfüllt hatte? Alles in allem 14 Jahre! (Wobei die Ausbesserung der Mauer in nur unglaublichen 52 Tagen fertiggestellt wurde!)

 

Wie lange war die Zeitspanne vom letzten Propheten Maleachi bis zur Ankündigung der Geburt Jesu? Das waren gewaltige 400 Jahre, in denen Gott schwieg! Ein Wimpernschlag Gottes.

 

Ihnen fallen bestimmt noch viele andere, biblische Beispiele ein, wo alles seine Zeit brauchte, bis es ein gutes Ende fand. Nein, der „Eilige Geist“ ist tatsächlich nicht der himmlische. Bei Gott hat alles hat seine Zeit, damit er die Dinge wohlmachen kann. 

 

Machen wir in großem Vertrauen und Liebe zum HERRN aus dem „eiligen Geist“ also ganz schnell wieder den „Heiligen Geist“. 

 

Sagte ich schnell? Ich meinte natürlich: in besonnener Weise!    wg