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Zum Glauben gekommen - durch die Bibel. Ein persönlicher Rückblick.

Zum Glauben gekommen ... durch die Bibel!

Ein persönlicher Rückblick

Quelle: Perspektive I/2019

Foto: HTR-Lizenz_AdobeStock_147775944

 

Es gibt Zeiten, da wird man, mehr als sonst, an bestimmte, zurückliegende Ereignisse erinnert. Im Moment sind es bei mir die intensiven Momente meiner Entscheidung für ein Leben mit Jesus Christus, die ich im Jahr 2002 auf dem TV-Schiff MS Deutschland traf. Doch warum erinnere ich mich gerade jetzt, nach fast 17 Jahren, in besonderer Weise an diese Phase des Lebens? 

 

Zurzeit stehe ich drei Tage in der Woche im Tonstudio, um eine Hörbibel einzusprechen. Dies berührt mich im Moment so intensiv, wie ich es nur damals auf dem Schiff erlebt habe, als ich mich zum ersten Mal mit dem Neuen Testament (NT) beschäftigte, das in meiner Kabine lag. Dort las ich die meisten Abschnitte der Evangelien laut, um die Nebengeräusche des Schiffes weg zu blenden. - Heute lese ich im Studio wieder laut, von Abschnitt zu Abschnitt. Alles zweimal und deutlich artikuliert. Näher kommt man kaum an die Wahrheit der Evangelien heran. 

 

Auf dem Schiff verspürte ich damals irgendwann den inneren Drang, dieses Gideon-Testament in die Hand zu nehmen, um darin zu lesen. Eher mit einer kritischen Grundeinstellung, als mit einer neugierigen. Doch wo fängt man an? Und so blätterte ich ein wenig vor und zurück und blieb dann, auf einem Luxusdampfer, mitten auf dem Asiatischen Meer schippernd, mit Gottes Humor beim „Schiffbruch des Paulus“ aus Apostelgeschichte 27f hängen. Spannung pur! Ich konnte mir die Wackelei und das Brechen der Wellen so richtig vorstellen. Doch was mir am meisten imponierte, war das feste Vertrauen des Paulus auf Jesus. Obwohl er ja kein Seemann war, wusste er, was er den Matrosen zu sagen hatte und selbst, als sie die Rettungsboote kaum unter Kontrolle bringen konnten, wandte er sich in einer bewegenden Rede über die Erfahrungen mit seinem Gott an die Seemänner. Ich meine, erzählen Sie heute mal wildfremden Menschen von ihren Glaubenserlebnissen, während die ums Überleben kämpfen!

Paulus sprach sehr ehrerbietend von Jesus und im Laufe der Wochen wurde auch ich neugieriger und las dann ganze zwei Jahre lang in diesem NT. Am Ende entschied ich mich, nach langen inneren Kämpfen, im Oktober 2002 für ein konsequentes, neues Leben mit Jesus.

 

Am Ende war es die Faszination dieses Bibelteils, über das sich mir der Vater und der Sohn persönlich offenbarten. Ich verließ mit brennendem Herzen das Schiff und es begann eine „Laufbahn“, die ich mir nie hätte selbst ausdenken können. IHM heute den Weg zu bereiten, ist eine der schwierigsten Aufgaben, die ich bisher im Leben gestellt bekam und leicht waren sie alle nicht. Aber keine vorher hat mich so erfüllt, befriedet und angespornt! Und all das, weil ich vor 18 Jahren den Drang verspürte, zum Neuen Testament zu greifen ...

 

Waldemar Grab (62), Autor, Journalist und christlicher Liedermacher. Seit 2006 als Evangelist im Missions- u. Sozialwerk Hoffnungsträger e.V., Hartenfels, tätig. In der PERSPEKTIVE schreibt er alle zwei Monate über Beobachtungen und Erlebnisse während seiner Verkündigungsdienste, Entnommen aus seinem Blog „evangelikalikus.de“. Kontakt und Terminübersicht: „musikevangelist.de“.