Der 30. Todestag von FJS - Das gebrochene Herz

Am 3. Oktober jährte sich der 30. Todestag des ehem. Bayerischen Ministerpräsidenten, Franz-Josef Strauß (73). 

Als Flugbegleiter auf der Regierungsmaschine war ich einige Male mit ihm unterwegs, wie hier, auf dem Weg nach Kairo, auf dessen Flug er mich 1977 überraschend

zum Feldwebel sowie meinen Freund und Kollegen (und späteren Nachfolger

als Leiter der Flugbegleiter-Sektion), Friedhelm W., zum Stabsunteroffizier beförderte.

Als Franz-Josef Strauß am 01.10. 1988 auf dem Weg zu einer Hirschjagd zusammenbrach und am 03. Oktober starb, reagierte ich sehr betroffen. Ich war selbständig tätig und hatte in Hamburg als Ghostwriter (Redenschreiber), Geschäftsführer des größten CDU-Kreisverbandes, als Assistent des Bundestagsabgeordneten Klaus Francke sowie als Leiter des "Piano-Teams Hamburg" alle Hände voll zu tun. Friedhelm W. und ich hatten damals in der Flugbereitschaft BMVg einige spannende Reisen mit dem MP unternommen und waren stets begeistert von seiner väterlichen Freundlichkeit. Der Kontakt zu dem für unsere Belange zuständigen Ministerialdirigenten der Bayer. Staatskanzlei war all die Jahre nie abgebrochen.

 

Gestern kamen die Gedanken an diese Zeit wieder hoch, als ich in einem Interview mit dem jüngsten Strauß-Sohn Franz Georg vom (heutigen) 30. Todestag von FJS hörte. Er sei überzeugt, sagte er, dass sein Vater an gebrochenem Herzen gestorben sei und der Tod seiner Frau Marianne, also seiner Mutter, im Jahr 1985 der entscheidende Schlag war, über den sein Vater nicht hinweg gekommen sei.

 

Das gebrochene Herz. Auch in meinem persönlichen Bekanntenkreis ist ein älterer Herr wenige Monate nach dem Tod seiner Ehefrau an dieser nicht offiziellen Diagnose gestorben. Plötzlich ist man allein ... und fällt und fällt ...

Niemals hat man damit gerechnet, dass man plötzlich alleine ist. Hier und da hat man darüber gesprochen, wer wohl der erste ist, der geht ... aber dass es jetzt gerade passiert ist ... nein, dass stand nicht auf der Tagesordnung.

 

Gott heilt gebrochene Herzen in der Regel nicht sofort, wenn ich dies aus meiner seelsorgerischen Erfahrung resümieren darf. Das hat seinen Grund. In Psalm 34,19 lesen wir: "Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind ...". ER ist nah, mitten in der Ohnmacht der Trauer. Nein, man ist nicht alleine. Der, der alles geschaffen und zusammengefügt hat (z.B. die Ehe), ist präsent. Laute oder verlorene "Selbstgespräche" sind in dieser Situation der Ohnmacht erlaubt, ER hört sie, die stillen und die lauten Schreie.

 

Dann folgt der nächste Schritt in der Phase dieses Annehmens, er steht in Psalm 147,3: „Der Herr heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.“ Männer und Frauen im Glauben wissen von dieser immensen Erfahrung, die man mit Vater, Sohn und Heiligem Geist machen kann. Wunden werden verbunden, um die Blutung zu stillen, den Schmerz zu lindern und um das Infizieren mit Schmutz zu vermeiden. Erkennen Sie die Metapher in diesem Vers?

 

Kurz, bevor Jesus zu seinem Vater in den Himmel erhoben wurde, sagte er: "Mir ist gegeben, alle Macht im Himmel und auf Erden." (Matthäus 28,18 ELB)Wer es erlebt hat, glaubt. Jesus ist auch der Herr über die Macht. Das bedeutet auch, über alle Unterformen der Macht. Wie zum Beispiel unserer "Ohnmacht". Das ist die, die uns überfällt, wenn wir zerbrochenen Herzens sind.

 

Ein Sprichwort sagt, "dass man nie tiefer fällt, als in Gottes Hände". Theorie, wie ich oft dachte. Bis ich es selbst erlebte.

Glaube wird fest, wenn man ihn lebt.

 

Der irdische Verlust von nahen Angehörigen ist der schmerzhafteste Moment, den wir auf der Erde erleben.

Der himmlische Trost durch Jesus ist die einzige Hilfestellung mit Ewigkeitswert, die wir auf der Erde haben.

Wir können es drehen und wenden wie wir wollen. Nur durch das Ja zu ihm, zu Lebzeiten ausgesprochen, erfahren wir seine Nähe, seine Heilung und seine Macht. Auch durch die lange Zeit der Trauer hindurch, die nicht in einem zerbrochenen Herzen enden muss, sondern zurück im Leben.   wg

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Sr.Renate Thees (Mittwoch, 03 Oktober 2018 16:17)

    Danke für diese Worte Gottes, und die Auslegung.
    Jesus ist es wert, dass wir IHM unser Herz geben. Der Entschluss dazu und sie Aussage ist eine Sache, es gilt aber dies im Alltag zu buchstabieren und zu leben. Frieden bringt nur das Loslassen im Entschluss: Dein Wille geschehe.
    Es ist wahr, dass ER die Stärke in der Not ist, dass ER nahe ist, und dass ER tröstet.
    Möge ER mit Seinen Seilen der Liebe, noch viele Menschen näher zu sich ziehen, und mit Seiner Liebe und Freude und Frieden beschenken!