Ihm, der uns liebt...! - Eine Bibelarbeit

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"Ihm, der uns liebt - und uns mit seinem Blut am Kreuz befreit hat von dem Ur-Zustand, der Trennung von Gott, und uns, (die wir glauben), zu einem (gewaltigen) Königreich gemacht hat, zu Priestern vor Gott, dem Vater Jesu Christi, dem die Ehre gilt und dem alle Gewalt (im Himmel und auf Erden) gehört, von Ewigkeit zu Ewigkeit!"  Offenbarung 1,5-6 (HTR-Ü@2018)

 

Der Urzustand: Die Widersetzung gegen Gottes Anweisung und die Vertreibung aus dem Paradies. Man findet über die Suchmaschinen viele theatralische Darstellungen. Meine Fantasie geht nicht so weit, dass ich mir "ein Bild davon malen" könnte. Ich glaube aber, dass Gott sich damals deutlich artikuliert hat, so, wie er es auch in der Bibel tut.

 

Das ist Teil SEINES Charakters: Er gibt eine Anweisung und erklärt immer warum. 

Und der "Gerichtsdiener", wie Jesus es in der Bergpredigt formuliert, waltete dann seines Amtes, siehe dazu das obige Kunstwerk an der Außenfassade des Mailänder Doms.

 

Wer weiß denn, wie lange wir es geschafft hätten, der Schlange zu widerstehen, kennen wir die Situation nicht zu genüge aus dem Alltag? Und - was ist die Sünde von Eden gegen den Schöpfer im Vergleich zu dem heutigen Gottesfrevel in unserem Land?

 

Entgegen der oft verkündeten 'volkstümlichen Meinung', dass jede Sünde vor Gott gleich sei, ((einmal abgesehen von der wider den Heiligen Geist (Mt. 12,31), die im Vergleich schwerer bewertet wird, als die Lästerung des Gottessohns und auf die ich nachstehend nicht weiter eingehe)), möchte ich mit den folgenden Belegstellen aus NT + AT aufweisen, dass es durchaus auch anders sein könnte, was, wie ich meine, die Sache etwas 'gerechter' machen würde.

(Bibel-Übersetzungen, wenn nicht anders erwähnt: Luther.heute2018).

 

In dem Gespräch mit Pilatus sagt Jesus, "dass die Anführer der Juden eine 'schwerere Sünde' begangen haben als er, denn „der, der mich dir überantwortet hat, der hat größere Sünde“ (Johannes 19,11).

>> Jesus spricht: "Du (Pilatus) hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre; darum hat der, der mich dir überliefert hat, größere Sünde."

 

Jesus hat die Sünden der Pharisäer und Schriftgelehrten mehrmals als schwerwiegender angesehen, als andere.

Zu lesen in Matthäus 23,23ff: 

>> Jesus spricht: "Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und das Wichtigste im Gesetz außer Acht lasst, nämlich das Gericht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen. Ihr verblendeten Führer, die ihr Mücken aussiebt und Kamele verschluckt!" usw.

Wenn alle Sünden gleich zu bewerten wären, würde diese Ermahnung keine Grundlage haben. Vergleichbarer Text auch in Lukas 20,46–47, wo Jesus am Ende sagt: "Darum erwartet sie ein umso härteres Urteil."

 

Im oben zitierten Matthäus-Text sprach Jesus von dem „Wichtigere(n) im Gesetz“. Wenn alle Sünden (Straftaten) gleich gestellt würden, gäbe es auch keine unterschiedlichen Gesetze. 

Und wussten sie, dass die "Unversöhnlichkeit" (unter Geschwistern) in der Bibel immer wieder als besonders schwerwiegend hervorgehoben wird? Jesus sagt in der Bergpredigt:

>> "Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben." (Matthäus 6,14f)

 

und in Kapitel 18,23ff lesen wir das Gleichnis Jesu vom unbarmherzigen Knecht, das mit der Ermahnung
in Vers 35 endet: >> 
"So wird euch mein himmlischer Vater auch tun, wenn nicht jeder von euch von Herzen
seinem Bruder die Fehler vergibt."

 

Auch wenn wir ins Alte Testament blicken, finden wir Hinweise auf unterschiedliche Bewertungen Gottes, hier durch die Hervorhebung schwerwiegender Sünden, die Gott "ein Gräuel" sind. Es sind also keine Verirrungen der heutigen Zeit, sondern eine, die seit der Ausweisung aus dem Paradies die Menschen überfällt: 

 

>> "Du sollst nicht bei einem Mann (oder einem Knaben) liegen, wie du es bei einer Frau tust; es ist (vor Gott) ein Gräuel.  

Du sollst (als Mann) auch bei keinem Tier liegen, dass du an ihm unrein wirst und auch keine Frau soll es mit einem Tier tun; das alles ist (vor dem heiligen Gott) ein schändlicher Frevel." 3.Mose 18,22f. (HTR-Ü)

 

>> "Die Gottesbilder (anderer Völker) sollst du im Feuer verbrennen und sollst auch nicht das wertvolle Metall (wie Silber und Gold) an diesen Gottesbildern an dich nehmen, auf dass du dich (mit diesen götzenhaften Teilen) nicht verfängst. Das (alles) ist bei dem HERRN, deinem Gott, eine Gräueltat."  5.Mose 7,25 (HTR-Ü)

 

>> Und es soll nicht eine Dirne im Tempel sein unter den Töchtern Israels und keine männliche Hure unter den Söhnen ... das erregt beides Grauen bei dem HERRN, deinem Gott."  5. Mose 23,18.19 (HTR-Ü)

 

 Auch König Salomo nimmt sich in den Sprüchen dieses Themas der Sünden-Bewertung aus Gottes Sicht an und führt auf, dass ER (GOTT) die eine Sündenaufzählung hasst,  die anderen Verfehlungen ihm "ein Gräuel" sind. Anm.: Die angeführte Zahlen sechs, bzw. sieben sind auf eine damalige, literarische Form sog. Zahlensprüche* zurückzuführen und für unsere Bewertung im Moment unerheblich. Betrachten wir nur den Unterschied in Gottes Augen, dass ER die eine Sünde hasst und sich vor den anderen graut. Wenn die Bibel sich im Detail dazu äußerst, handelt es sich um menschliche Dauerbrenner, die Satan uns immer wieder ins Ohr flüstert:

 

>> "Es sind sechs Dinge, die der HERR hasst, sieben, die ihm ein Gräuel sind: Augen voller Stolz; eine Zunge, die falsch ist; Hände, die unschuldiges Blut vergießen; ein Herz, das finstere Intrigen schmiedet; flinke Füße, die schnell dabei sind, Schaden anzurichten ; ein Zeuge, der falsch redet um zu täuschen - und wer Streit zwischen (geistlichen) Geschwistern anrichtet." Sprüche 6,16 (HTR-Ü)

 

Nun könnte man argumentieren, dass Gott die Sünde während des Gerichts zwar unterschiedlich schwer bewertet, aber am Ende sei doch die Hölle die Hölle und die Ewigkeit die Ewigkeit, doch durch das Studium des nachstehenden Evangelium-Verses können wir erkennen, dass es für unterschiedliche Sünden auch unterschiedliche Strafmaße gibt:

 

>> Jesus sprach: "Der Knecht aber, der den Willen seines Herrn kennt und sich nicht vorbereitet hat und auch nicht nach seinem Willen gehandelt hat, der wird viele Schläge erleiden müssen. Der ihn aber nicht kennt und getan hat, was Schläge verdient, wird wenig Schläge erleiden. Denn wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern." Lukas 12,47f

 

Soweit die Beleg-Nennungen zu meiner Einschätzung, dass nicht jede Sünde am Ende gleich bewertet wird, was immer zutrifft ist jedoch Römer 6,23:

"Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem HERRN."

 

Wichtiges Fazit aus dieser traurigen Geschichte des Versagens im Garten Eden:

Durch den neuen Bund Gottes mit seinem Sohn Jesus Christus ist unser Status des Ausgestoßen seins vor IHM wieder hergestellt worden. Unser JA zu Jesus hat uns bereits hier zu Lebzeiten ins Paradies versetzt.
Nur eine kurze Zeit noch, dann sind wir wieder dort, wo alles anfing: In der niemals endenden Herrlichkeit.

Für immer, denn durch Jesus wird aus Liebe am Ende aller Zeiten den Weg zum Baum des Lebens wieder freigegeben:

"Wer hören will, achte auf das, was der Geist den Gemeinden sagt" Wer den Kampf besteht, dem werde ich im Paradies Gottes vom Baum des Lebens zu essen geben." Offenbarung 2,7  

 

"Es war der Strom mit dem Wasser des >Lebens, der in der Mitte Hauptstraße (des neuen, himmlischen Jerusalems) durch die Stadt floss. An seinen beiden Ufern wuchs der Baum des Lebens, der zwölfmal im Jahr Früchte trägt, jeden Monat einmal, und dessen Blätter zur Gesundheit der Völker dienen." Offenbarung 22,1b ff. 

 

 Doch noch lautet unser Auftrag: Vielen Menschen Zeugnis und Wegbegleitung zum Himmel sein. 

 

W.Grab

 

 

 

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