Ankergeschichten ...

Wussten Sie, dass Schiffe ihre Anker in einem Hafen nicht ausbringen dürfen, um zu vermeiden, dass das Hafenbecken beschädigt wird? Bei kleineren, dicht an dicht liegenden Booten könnten die Ankerketten sich sogar miteinander verheddern und Schäden am eigenen oder gar fremden Boot verursachen. Für die großen Kreuzfahrtschiffe warten am Liegeplatz Männer, sogenannte „Festmacher“, denen man vom Schiff aus schwere Taue zuwirft, mit welchen sie es dann an dicken Pollern befestigen.

 

Ganz gleich, ob man im Leben einen Hafen der Ehe ansteuert oder alleine bleibt: Für den, der es will, agieren Vater, Sohn und Heiliger Geist als „Festmacher“und halten die Seile, die in 1. Korinther 13,4 ff beschrieben sind. Sie heißen unter anderem Langmut, Freundlichkeit, Treue, Gerechtigkeit, Wahrheit, Glaube, Liebe und Hoffnung. 

 

Wenn ein Schiff nun wegen zu hoher Windstärken nicht im Hafen anlegen kann, versucht der Kapitän es weiter draußen auf Reedezu bringen, also draußen auf See. Das bedeutet nicht unbedingt, dass er dort den Anker werfen kann, denn um den zu werfen, muss „Grund vorhanden“sein, damit er sich auf dem Meeresboden „eingraben“ kann. Wenn keinGrund vorhanden ist, man beachte die Doppeldeutigkeit, kann das Schiff an dieser Stelle nicht vor Anker gehen. Die Alternative, aus eigener Motorkraft das Schiff auf Position zu halten, ist nur bedingt eine Lösung, denn sie kostet Kraft, Geld und Ressourcen.

 

Leider gibt es noch viele Menschen, die sich in ihrem Leben noch nicht wirklich für den „Festmacher“ Jesus entschieden haben. Sie lassen sich aus eigener Motorkraft von den Einflüssen des Zeitgeistes drehen, treiben und manipulieren. Einen wirklichen Grund und Boden, in dem sie ihr Leben verankern könnten, suchen sie.

 

Die Bibel sagt, dass es keinen anderen Grund gibt, als den, der von Gott gelegt wurde, und der heißt Jesus Christus (1. Kor. 3,11). Ob in der Seefahrt, beim Hausbau, im Unternehmen, privat oder in der Familie. Ich bin sehr dankbar, dass ER auch meinem Leben und unserer Ehe diese Festigkeit und diesen Halt gibt.

 

Wer einen Anker wirft, will mit seinem Schiff an einer bestimmten Stelle stehen bleiben. Bei einem „Volldampf voraus“ würde das Auswerfen nicht gelingen und so muss zunächst das Tempo bis zum Stillstand gedrosselt werden. Der Anker würde sonst mit der Strömung Richtung Heck gerissen, möglicherweise den Rumpf des Schiffes beschädigen und abreißen.

 

In den ersten Jahren meines Glaubenslebens, der sog. „Sturm- und Drangzeit“, habe ich mich einmal im Jahr in einem Kloster einquartiert, um in der Bibel zu lesen, Lieder zu schreiben, zu beten, auf Gott zu hören, geistlich zu wachsen und was weiß ich nicht noch alles. Doch leider erfüllten sich meine Pläne nur im Ansatz. Ich hatte das Drosseln der Geschwindigkeit vergessen, bevor ich den Anker warf. Ich lernte: Eine geistige und mentale Vorbereitung auf die Zeit mit Gott ist wichtig, auch wenn es chic geworden ist, Situationen zu ‚managen‘, wie sie kommen.

 

Auch ein Ankerplatz wird von IHM lange vorbereitet, darauf sollte man sich, ebenfalls vorbereitet, einstellen.    wg

 

Waldemar Grab fuhr zehn Jahre zur See, davon sieben Jahre als Showpianist auf dem ehem. ZDF-Traumschiff "MS Deutschland".

 

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