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Alles ist endlich

Der Montagsimpuls Nr. 766 vom 30.04.2018 

 

Alles ist endlich

„Der Mensch, wie Gras sind seine Tage; wie die Blume des Feldes, so blüht er. Denn fährt ein Wind darüber,

so ist sie nicht mehr, und der Ort, wo sie stand, weiß nichts mehr von ihr.“  Psalm 103, 15-16

 

Felix war 53 Jahre alt. Wir kannten uns aus der Schulzeit und wohnten als Kinder im gleichen Dorf.

Er hatte ein Handicap und ging recht sorgenfrei damit um: Felix war taub und hatte eine schwere Sprachstörung. Aber wenn man immer wieder mal mit ihm zu tun hatte, konnte man ihn verstehen.

Er integrierte sich nur dann, wenn man ihn ansprach, dann aber war er voll dabei. 

Der Jugendfreund lebte schon seit Jahrzehnten allein in dem Haus, das ihm die Eltern vererbt hatten.

Alt, und hier und da renovierungsbedürftig. 

Im Januar starb Felix. Viel zu früh. Wie immer, wenn jemand geht.

Der alte Ofen im Flur zog nicht ordnungsgemäß, das ausströmende Kohlenmonoxid ließ ihn nicht mehr aufwachen. Tage später fand man ihn, weil es aus den Fenstern rußte.

Keine Verwandten, keine finanziellen Rücklagen. Niemand kam für die Beerdigung auf.

Bis zum vergangenen Freitag. Durch Spenden hatte die Dorfgemeinschaft, allen voran der Ortsbürgermeister, den Verantwortlichen Druck gemacht, denn vier Monate sind nun wirklich zu lang, um endlich Abschied nehmen zu können.

Die Trauerfeier war bewegend. Die Menschen kamen, weil Felix einfach als Dorfmensch dazu gehörte. Womit niemand gerechnet hatte: Die Friedhofshalle war voll.

Der Bibelvers stand imaginär über der Abschiedsstunde am vergangenen Freitag.

„Der Mensch, wie Gras sind seine Tage; wie die Blume des Feldes, so blüht er. Denn fährt ein Wind darüber, so ist sie nicht mehr, und der Ort, wo sie stand, weiß nichts mehr von ihr.“ Ps. 103, 15-16

Er klingt so hoffnungslos und so ganz ohne Perspektive, finden sie nicht?

Nur das Sichtbare ist zeitlich. Alles geht seinen irdischen Gang. Und das Unsichtbare, das ist ewig.

Ewig beim Gottlosen, wie bei dem, der an Christus glaubt. Himmel und Hölle sind real, für beide Parteien. Auch wenn man heute nicht mehr darüber spricht. Die Entscheidung dafür oder dagegen muss zu Lebzeiten getroffen werden, danach geht’s nicht mehr. Damit auch für Gott der Weg, für den man sich entschieden hat, am Ende klar ist.

Das muss man doch den Menschen sagen, bevor sie sterben! Deshalb mache ich weiter in meinem Dienst für die Inlandmisson. Für Menschen wie Felix – und für alle, die ich noch in unseren Veranstaltungen treffen werde. wg

 

 

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