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Wenn´s doch nur gelänge ...

Der Montags–Impuls Nr. 763 vom 09.04.2018 / Kw 15

 

>> ... du weißt, dass ich dich lieb habe.<<  Johannes 21,15

 

Wenn mich meine Frau fragen würde, ob ich sie lieb habe, dann müsste ich keinen Moment zögern,

um ihr die richtige Antwort zu geben. Vielleicht würde ich sie sogar umarmen, wenn ich in ihrer Nähe wäre.

 Wenn sie mich ein paar Minuten später noch einmal fragen würde: ‚Hast du mich lieb, Waldemar?‘,

dann fängt mein kleines Männergehirn schon etwas mehr an zu knattern: 'Ist irgendwas im Busch? Hab' ich den Geburtstag vergessen, oder, noch schlimmer: den Hochzeitstag? Hab ich vorhin zu leise geantwortet ...?' 

Und dann noch explizit mit der Namensnennung im Fragesatz ... was könnte das bloß bedeuten?

 „Selbstverständlich habe ich dich lieb, mein Schatz!“.

Puh, das Missverständnis scheint ausgeräumt. Vielleicht hatte sie mich beim ersten Mal ja tatsächlich nicht richtig verstanden. Ein paar Minuten vergehen, jeder ist wieder in seine Sache vertieft, da kommt sie, die dritte Frage: „Waldemar, hast du mich lieb?“ ... 

 

Sie können sich die Geschichte sicher selbst zu Ende denken oder auf Ihre eigene Situation übertragen.

Das ist schon irgendwie ungewöhnlich und alle Register des natürlich völlig unbegründeten (!) schlechten Gewissens, werden in meinem Innersten gezogen. Was tun?

Da ist doch das Beste, man lässt alles stehen und liegen und spricht miteinander und sagt die Antwort

noch mal ganz langsam und deutlich ...

 

Als unser HERR dem Petrus diese Fragen stellte, da wussten wir als Bibelkenner sofort: „Na, der Jünger hat Jesus ja auch drei Mal verleugnet ..., da ist es doch klar, dass da noch was bereinigt werden muss...“. Und doch übergibt ihm Jesus die Schlüssel zum weltweiten Gemeindebau.

Ich überlege: Wenn der HERR JESUS mir diese Frage einmal, zweimal, dreimal und häufiger stellen würde, dann dächte ich auch erst mit jedem Mal etwas mehr und etwas tiefer darüber nach. Beim zweiten Mal mehr als beim ersten Mal und beim dritten Mal mehr als beim zweiten Mal usw.

Ich glaube, ich komme rasch von selbst drauf, dass es da ein paar Momente gab, in denen ich nicht ehrlich war, was das Zeugnis für IHN angeht, wo ich einfach nichts gesagt habe.

Aber, warum schreibe ich: "... stellen würde" ? 

 

Er stellt sie mir täglich und ich will, dass mein „Ja, HERR, Du weißt, dass ich dich lieb habe“ nicht nur eine Worthülse und nicht nur eine leere Antwort ist, während ich mit anderen Dingen beschäftigt bin. Ich will es auch mit Taten zeigen, mit meinem Leben und meinem Sein. Wenn es doch nur gelänge. wg

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Sr. Renate Thees (Sonntag, 06 Mai 2018 19:51)

    Gut, dass man die Montagsimpulse nachlesen kann. Diesen fand ich besonders ansprechend, gut!
    Was die Liebe zum HERRN betrifft: ER sagt es mir ja auch oft: ICH habe dich je und je geliebt...
    Da sollte ich doch öfters IHM die Antwort geben: JA, HERR ich liebe DICH!
    ER weiß was wir für Gebilde sind, und trotzdem will ER uns für SEIN Herz haben! ER hat unsauserwählt!!!