Großvaters Ackergäule

Geradewegs auf das Ziel zu

"Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes." Lukas 9,62

 

Ich kann mich noch daran erinnern, dass mein Großvater zwei Ackergäule hatte, mit denen er immer wieder ins Feld zog. Später wurden sie durch einen Traktor mit etwas mehr „Pferdestärken“ ersetzt, was ich äußerst schade fand. Aber ganz gleich, ob er die Pferde vor den Pflug gespannt hatte oder auf dem Traktor saß, die umgeschaufelten Erdlinien sahen immer perfekt und so gerade wie eine „Eins“ aus.

Als er noch zu Fuß hinter den Pferden her ging, mit beiden Händen am Pflug die Spur hielt und das Ackergerät fest in die Erde drückte, war er hoch konzentriert. Nicht einmal den Schweiß konnte er sich von der Stirn wischen, denn wenn er die eine Hand vom Pflug genommen – oder sich nur einmal zu mir, der ich mich mehr um die Regenwürmer in den frischen Furchen kümmerte, umgedreht hätte, wäre es mit der Geradlinigkeit vorbei gewesen.

 

Hast Du den obigen Bibelvers noch im Blick? Wer sich dafür entschieden hat, dem Ruf Gottes zu folgen und ein guter Arbeiter in seiner Ernte zu werden, der hat keine Wahl: Er muss es ordentlich und konzentriert machen. Das ständige Schauen über den Rain hinweg, neugierig immer wieder prüfen, ob denn die anderen "noch in der Spur" sind – das führt nur zu einem einzigen Ergebnis, nämlich zu krummen und schiefen Ackerrinnen auf dem eigenen Feld. Erst wenn ich mit der Spur fertig bin, kann ich mir einen Blick gönnen, schauen, ob es gut geworden ist oder ob ich mit der nächsten Reihe etwas anpassen muss.

 

Jesus zu folgen macht Sinn, wenn man das Ziel nicht aus dem Auge verliert. Ablenkungsmanöver von Außen und selbstverliebte Blicke zurück auf die eigene Arbeit – oder im übertragenen Sinne in die Vergangenheit, können uns an diesem Ziel vorbeiführen.

Auch das Einmischen in die „Pflugtechniken“ anderer erzeugt nicht selten Neid und Anfechtungen in einem selbst und es ist äußerst "ungeschickt". Die Zeit zum Ausruhen, Schauen und Diskutieren kommt noch, doch geschickt ist nur der, der während der Arbeit klug nach vorne schaut.

Paulus schreibt an die Philipper in Kapitel 3,14: „Ich halte(mit meinem Pflug) geradewegs auf das Ziel zu, um den Siegespreis zu gewinnen. Dieser Preis ist das ewige Leben, zu dem Gott mich durch Jesus Christus berufen hat.“ Fröhliches Ackern allerseits! W. Grab

 

(Aus einem meiner Kalenderblättchen-Beiträge im Jahr 2011); Foto: Typecosmic/pixelio.de

 


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Kommentare: 4
  • #1

    Lukas (Mittwoch, 25 Juni 2014 16:25)

    Hi, Wal; Danke für die Andacht. Mein Opa hat zwei Gespanne gehabt. Das eine war nur zum Ausfahren, weil die Gäule schon ziemlich alt waren und die anderen beiden Pferde mussten schuften. Genauso, wie Du es beschrieben hast. Da habe ich mich gerade gerne dran erinnert. Dass Du es gleich wieder zur Metapher für die Christen machst, spricht für Dich. Aber gefällt mir. Alles Gute, Dein alter Traumschiffkumpel (Venedig), Luke!

  • #2

    Luke (Mittwoch, 25 Juni 2014 17:05)

    Meine E-Mail-Adresse hast Du ja. ;-)

  • #3

    Mui Yarber (Samstag, 04 Februar 2017 10:33)


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  • #4

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