Runde um Runde...

Runde um Runde

Der Goldfisch

 

Valbonne/Frankreich. Kaffeezeit. Nur noch eine kurze Weile bis zum Hafen. Ich sitze auf meinem Barhocker und warte auf den doppelten Espresso. Links von mir leistet mir ein Zierfisch Gesellschaft. „Eine schöne Augenweide“, denke ich und komme erst später auf den Trichter, dass der arme Kerl ziemlich einsam tagein, tagaus in leicht getrübtem Nass seine Runden dreht.

Rund hundertmal am Tag klopft jemand in der belebten Lobby an seine Scheibe um ihn zu irgendwas zu bewegen. Doch er springt weder auf Kommando in ein anderes Glas, noch tanzt er zur Freude der Kinder, wie Flipper auf seiner Schwanzflosse über die Wasseroberfläche. Kinder krümeln ihm Keks ins Glas und wundern sich, dass ihr goldener Freund es nicht frisst.

 

Es ist eher eine kleine, beiläufige Begebenheit, wie sie einige hundertausend Mal auf dieser Welt passiert. Doch wie sagt es Nietzsche (ich weiß, er ist tot): "Die Unvernünftigkeit einer Sache ist kein Argument gegen ihre Existenz..."  - Aber warum beschäftigt sie mich so? 

 

1. Mose 1,20: „Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, und Vögel sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels. 21 Und Gott schuf … alles Getier, das da lebt und webt, davon das Wasser wimmelt, ein jedes nach seiner Art, … Und Gott sah, dass es gut war… und segnete sie …“ Foto und Text: W.Grab

Kommentare: 1 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Angela Scharnowski (Freitag, 13 Juni 2014 23:40)

    Interessant dieser Beitrag. Der Fisch ist in seinem Lebenselexier dem Wasser, nur ob er wirklich damit glücklich ist, wenn er so tagaus, tagein immer nur im Kreis schwimmen kann?
    Und wie geht es uns so im Alltag, begnügen wir uns vielfach mit einem kleinen Radius, in dem wir ins bewegen, und Gott hätte für uns eigentlich eine Fülle bereit?
    Wir müssten uns nur öffnen und unsere Hände hinhalten und Gott würde sie uns auf seine Weise wunderbar füllen...