Treffen sich drei Beter ...

Eine nicht ganz unkomplizierte Darstellung

Eine Jude und ein Moslem beratschlagen, was sie für den Frieden tun können und nehmen Kontakt zu einem Christen auf, der sie in sein Haus einlädt. Sie wollen mit ihm gemeinsam vor den "HERRN der Geschichte" treten und beten.

 

Der Moslem betet zu ALLAH. Für ihn ist dies der arabische Eigenname für "Den einen GOTT". Der Beter weiß, dass auch arabische Juden und Christen dies als Gottesbezeichnung benutzen.

 

Der Jude betet mit dem Namen ELOHIM und spricht damit JHWH, den Gott Israels in seiner Eigenschaft als Schöpfer der Welt an.

 

Der Christ betet zu Christus. Er glaubt der biblischen Lehre der Gottessohnschaft ("Dies ist mein lieber Sohn..."). Und er glaubt der Botschaft von Kreuzigung und Auferstehung sowie der Vergebung der Sünden. Er weiß um die Mittlerrolle Jesu, der Möglichkeit des betenden Zugangs zum Heiligen Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde.

 

Stopp! Und nun halte doch bitte kurz inne und überdenke Dein

allererstes Gefühl neu:

 

Wessen Gebet wird von GOTT erhört? Alle drei? Nur zwei? Oder gar nur eins?

Ist Dein erster Gedanke: "Zugang zu Gott ist nur über Christus möglich?" --> Sehe ich auch so.

 

Doch was, wenn Jude und Moslem ihre Gebete mit ins Haus des Christen bringen und dieser seinen eigenen Wunsch nach Frieden - zusammen mit dem Wunsch der Freunde - vor Jesus bringt?

 

Ist das Gebet eines "Gerechten" groß genug, dass in diesem auch die echten Wünsche derer vereint werden können, die die TRINITÄT des Schöpfers ablehnen?

 

Jesus Christus als Mittler zwischen Mensch und Gott. JA - und AMEN!

 

Kann auch ein Mensch als Mittler zwischen anderen Menschen und Jesus fungieren?

 

Hast Du Dir Deine Meinung gebildet? Ich bin gespannt!

 

Übrigens: Das Ereignis fand vor wenigen Tagen, Pfingsten 2014, in Rom statt. Papst Franziskus hatte den Israelischen Präsidenten Schimon Peres und Palästinenser-Präsident Mahmud Abbad zum gemeinsamen Gebet eingeladen.

 

"Wir können gehen, wie weit wir wollen, wir können vieles aufbauen, aber wenn wir nicht JCHR bekennen, geht die Sache nicht. Wir werden eine wohltätige NGO, aber nicht die Kirche (Gemeinde), die Braut Christi."   Papst Franziskus, Predigt am 14.04.2014

 

Wie also soll man mit dem Pfingsttreffen, vergangene Woche in Rom, umgehen?

W.Grab

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Kommentare: 3
  • #1

    Sonja Höfer (Mittwoch, 11 Juni 2014 17:23)

    Interessante Betrachtungen, hast es geschafft, dass ich mit meiner Meinung hin- und her jongliert bin. Aber das wolltest Du wohl auch.
    Bin ich froh, dass unser Gott jegliche Gesinnung kennt und weiß wie wird meinen. Die beiden letzten Päpste berufen sich immer stark auf Jesus, was mich sehr freut. Doch die letzte Erklärung der "Kath. Kirche" aus dem Jahr 1965 zeigt den Allversöhnungsgedanken auf, den sie mit "Hochachtung betrachtet". Das geht ja nun gar nicht. Ist das vielleicht nur noch "alter Traditionsmuff"?

  • #2

    Waldemar (Freitag, 13 Juni 2014 01:07)

    Hier noch ein interessanter Nachtrag, auf den Sonja Bezug nimmt:
    Die Röm.-Kath. Kirche verabschiedete 1965 im sog. "Zweiten Vatikanum" die für alle röm. Katholiken verbindliche Erklärung, in der es heißt:
    „Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslime, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat. Sie mühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft. Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten, und sie ehren seine jungfräuliche Mutter Maria, die sie bisweilen auch in Frömmigkeit anrufen. Überdies erwarten sie den Tag des Gerichtes, an dem Gott alle Menschen auferweckt und ihnen vergibt. Deshalb legen sie Wert auf sittliche Lebenshaltung und verehren Gott besonders durch Gebet, Almosen und Fasten." Ende des Zitates

  • #3

    Waldemar Grab (Dienstag, 17 Juni 2014 15:08)

    idea-spektrum schreibt dazu in der morgen erscheinenden Ausgabe Nr. 25:
    "Ist der Vatikan getäuscht worden? -
    Rom Das Friedensgebet hat zu einer Kontroverse geführt.
    Papst Franziskus hatte Pfingstsonntag die Präsidenten Israels und der Palästinenser, Schimon Peres und Mahmud Abbas , sowie jüdische, christliche und muslimische Geistliche eingeladen, um mit ihnen für den Frieden im Nahen Osten zu bitten. Der ägyptische Journalist Hamed Abdel-Samad behauptete nach dem Treffen auf seiner Facebook-Seite, ein Imam habe dabei für den Sieg gegen die „Ungläubigen“ gebetet. Er schrieb: „Im Garten des Vatikans beschließt der muslimische Geistliche sein Gebet mit dem Koranvers: ‚Möge Allah uns zum Sieg gegen die Ungläubigen verhelfen!‘ Das nenne ich ein Friedensgebet.“ Dem hat Radio Vatikan inzwischen widersprochen. „Nein, bei den Gebeten für den Frieden ist nicht der Koran zitiert worden mit der Aufforderung, die Ungläubigen zu vernichten. Das ist Stuss“, schrieb der Leiter der deutschen Abteilung von Radio Vatikan, Bernd Hagenkord, auf dem Blog des Senders. Doch gegenüber dem (katholischen) Nachrichtenportal kath.net bestätigte der Ägypter seine Darstellung. Es handele sich bei dem Gebet um Vers 286 aus der 2. Sure des Korans, die mit den Worten ende: „Du bist unser Schutzherr, hilf uns gegen das Volk der Ungläubigen!“ (Ungläubige sind nach dem Islam alle Nichtmuslime.) Unterstützung erhält Abdel-Samad von dem Historiker Michael Hesemann (Düsseldorf/Rom). Er wirft Muslimen vor, den Vatikan „arglistig getäuscht“ zu haben. Neben den harmlosen Gebeten, die der Geistliche vorher eingereicht habe, habe er auch aus der 2. Sure zitiert. Dies sei durch Videoaufnahmen dokumentiert." Zitat Ende