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Stanfords Schrei nach Kühle... Perspektive 03.19

Foto: HTR_Lizenz_AdobeStock_52593740

 

Dieser Tage las ich in meinem Hotelzimmer einen Artikel über den amerikanischen Milliardenbetrüger Allen Stanford. Die Richter schienen ihm eine hohe Lebenserwartung zu bescheinigen, denn sie verurteilten ihn im Alter von 62 Jahren noch zu 110 Jahren Gefängnis. Entlassung im Jahr 2122. 

 

Ich erzähle Ihnen die Geschichte in aller Kürze:

>>Cleverer Finanzmanager zockt Tausende von Geldanlegern ab, die ziehen vor Gericht - und bekommen nichts, einige verarmen. Milliardär kommt ins Gefängnis, lebt mit vielen Spitzbuben zusammen und bittet nun selbst nahezu täglich um Gnade. 

Es sei viel zu heiß in seiner Haft und er fleht mit den teuersten Anwälten um eine leistungsstarke Klimaanlage, um dieser „Hölle“ zu entrinnen. << 

 

Irgendwie wurde ich beim Lesen dieser unrühmlichen Lebenswende das Gefühl nicht los, diese Geschichte irgendwo her zu kennen. Ob es vielleicht die Begebenheit ist, die Jesus in Lukas 16,19–31 erzählte, die mir in den Sinn kam?

 

>> Es war einmal ein reicher Mann, der immer die teuerste Kleidung trug und Tag für Tag im Luxus lebte. Vor seinem Haustor duldete er einen armen Bettler, namens Lazarus. Sein Körper war ganz mit Geschwüren bedeckt. Er wartete darauf, dass von den Mahlzeiten des Reichen ein paar kümmerliche Reste für ihn abfielen. Er konnte sich nicht einmal gegen die Hunde wehren, die seine Wunden leckten. Der Arme starb eines Tages und die Engel trugen ihn an den Ort, wo das ewige Freudenmahl gefeiert wird; dort erhielt er den Ehrenplatz an der Seite Abrahams. 

Auch der Reiche starb und seine Hülle wurde begraben, seine Seele jedoch fand sich im Totenreich wieder. Dort litt er große Qualen. Als er aufblickte, sah er in weiter Ferne Abraham, mit Lazarus in seinen Armen. Da rief er laut: „Abraham, hab Erbarmen mit mir! Schick mir doch Lazarus! Er soll seine Fingerspitze ins Wasser tauchen und meine Zunge kühlen, denn das Feuer hier brennt entsetzlich!“

Dieser antwortete: „Mein Sohn, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten das dir zugemessene Glück erhalten hast, Lazarus aber nur Unglück. Dafür kann er sich nun hier freuen, während du Qualen leidest. Außerdem liegt zwischen uns und euch ein riesiger Graben. Selbst wenn er wöllte, könnte er nicht zu euch kommen, genauso wie keiner von dort zu uns gelangen kann.“ <<

 

Die weitere Lamentiererei des reichen Mannes aus der Bibel war vergeblich. Alle Möglichkeiten, doch noch ein Stück der Herrlichkeit zu erhaschen, blieben ihm im Totenreich versagt. Und alles, was er nun erflehte, besaß er bereits zu Lebzeiten.

 

Lesen Sie gerne weiter:

"Da bat der reiche Mann: 'Vater Abraham, dann schick Lazarus doch wenigstens in mein Elternhaus! Ich habe noch fünf Brüder. Er soll sie warnen, damit sie nicht auch an diesen schrecklichen Ort kommen!' Doch Abraham sagte: 'Deine Brüder haben das Gesetz Moses und die Weisungen der Propheten. Sie brauchen nur darauf zu hören.'

                 Der Reiche erwiderte: 'Vater Abraham, das genügt nicht! Aber wenn einer von den Toten zu ihnen käme, dann würden sie ihr Leben ändern.' Abraham sagte: 'Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, dann lassen sie sich auch nicht überzeugen, wenn jemand vom Tod aufersteht.' " (GNB);

 

Ähnlich bei Allen Stanford, der immer noch schwitzt, – aber zumindest lebt!

       Das Leben in der Zelle ist seine große Chance, nicht immer nur die Gefängnisleitung, sondern auch tatsächlich einmal GOTT anzurufen! Jetzt ist es ihm immerhin noch möglich. Er kann Buße tun und über Jesus Christus Vergebung, Freiheit und vor allem ewiges Leben bekommen! Das ist eine Möglichkeit, die uns von Gott tatsächlich nur zu Lebzeiten angeboten wird!

 

Mögen ihm die himmlischen Entscheidungsträger in der verbleibenden Zeit noch einen Menschen vorbeischicken, der ihm das erklärt. Einen Philippus zum Beispiel. Und eine Bibel. Schließlich haben sie das bei meinem Freund und 'besten-Schurken' Josef Müller ebenso gemacht.

Bei mir übrigens auch, als ich noch im goldenen Gefängnis saß, das durch die Welt schipperte.   wg

 

Waldemar Grab (62), Verlagskaufmann, Journalist, christlicher Autor und Liedermacher. Seit 2006 Evangelist im Missions- und Sozialwerk Hoffnungsträger e.V., Hartenfels. In der PERSPEKTIVE schreibt er alle zwei Monate über Beobachtungen und Erlebnisse während seiner Verkündigungsdienste. Entnommen aus seinem „Evangelikalikus.blog“. Termine: www.musikevangelist.de 

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